Wanzleben l „Manege frei!“, hieß es an mehreren Tagen auf dem Hof der Wanzleber Grundschule „An der Burg“ in der Lindenpromenade. Die Grundschule feierte mit Beginn des neuen Schuljahres ihren 80. Geburtstag und hatte dazu ein Zirkusprojekt ins Leben gerufen. Der 1. Ostdeutsche Projektcircus André Sperlich hatte seine Zelte in der Sarrestadt aufgeschlagen.

Nach etlichen Proben, in denen die Kinder ihre Darbietungen unter fachmännischer Anleitung einstudierten, präsentierten die Mädchen und Jungen der Grundschule dem begeisterten Publikum aus Eltern, Verwandten und Freunden in drei Vorstellungen eine temporeiche Zirkusshow. „Die Grundschul-Kinder wurden in bunte Kostüme und farbiges Scheinwerferlicht getaucht und mit Musik untermalt. Sie zeigten Darbietungen, wie man sie nur im Zirkus zu sehen bekommt“, berichtete Grundschulleiterin Steffi Röttger, die vom Zirkusprojekt begeistert war. In den Augen der Kinder sahen Lehrerinnen und Zirkusleute die Begeisterung für die Welt im Zirkuszelt.

Kinder gaben drei Vorstellungen

Die Zirkusfamilie André Sperlich entwickelte ein Konzept, das über das Erlernen einfacher Kunststücke und Zirkusnummern weit hinaus geht. „Gefördert wurden Teamgeist, die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und der Mut, etwas vor Publikum zu präsentieren, sowie das Sprechen vor einem gefüllten Zelt“, sagte Steffi Röttger zu pädagogisch wertvollen Inhalten des Projektes. Zirkusarbeit bedeute Zusammenarbeit, Disziplin und Verantwortung für sich und die Klassenkameraden. Die Gemeinschaft der Grundschule „An der Burg“ Wanzleben sei durch dieses Projekt auf eine besondere Art zusammen gewachsen. Dazu zählten auch die fleißigen Auf- und Abbauhelfer, die Eltern, die ihre Kinder zu allen drei Vorstellungen schickten sowie die Grillmeister vom Förderverein der Grundschule, die die Besucher mit Köstlichkeiten versorgten.

Bilder

„Jedes Kind konnte in dem Projekt seine Rolle finden“, sagte Steffi Röttger weiter. Die Sportlichen wurden Akrobaten oder bewiesen sich am Trapez, die kleinen Starken wurden Fakire oder stellten sich der Herausforderung, ihre Körper mit lodernden Flammen zu berühren. Auf dem Seil tanzten die Eleganten, beim Jonglieren lebten sich die motorisch Begabten aus.

Sehr stolz präsentierten sich die Akteure in den drei Vorstellungen im großen Zirkuszelt auf dem Wanzleber Schulhof. „Viele Eltern und Großeltern überzeugten sich von diesem wunderbaren Projekt, dabei kullerte die eine oder andere Freudenträne über das Gesicht der Eltern“, beschrieb Steffi Röttger die emotionale Stimmung unter dem Publikum bei den Vorstellungen. In der Geschichte bei den Aufführungen wurden die Zuschauer mit auf eine unglaubliche Reise der Phantasie genommen. Tina und Jessi, dargestellt von Tina Sachse und Olesia Shkilniak, reisten mit den kleinen Darstellern durch die bunte Zirkuswelt.

Der Projektzirkus hat sein Zelt längst in einer anderen Schule aufgebaut. Der Wanzleber Schulhof wirkte nach den Tagen voller Trubel erstmal leer und viele Kinder waren darüber traurig. „Die Begeisterung und das gemeinsams Erlebte bleiben“, schätzte Steffi Röttger ein.