Klein  Wanzleben l Etwas geschockt waren Lars Neugebauer und seine Frau Stefanie, als sie in der 14. Schwangerschaftswoche erfuhren, dass sie Drillinge bekommen. „Man konnte sich das gar nicht vorstellen“, sagt Stefanie Neugebauer-Hansen. Doch jetzt machen Stan, Fibi und Piet die neunköpfige Familie komplett.

Spitzenreiter in Sachsen-Anhalt

Zu diesem besonderen Anlass kam Ministerpräsident Reiner Haseloff, um die Patenschaft für die fünf Monate alten Drillinge zu übernehmen. „Mit sieben Kindern ist die Familie in Sachsen-Anhalt Spitzenreiter“, sagt Haseloff. Er habe Hochachtung vor der Familie. Neben einer Urkunde, gab es Sachsen-Anhalt-Bodies. Seit 2005 können Eltern aus Sachsen-Anhalt eine Ehrenpatenschaft für Mehrlinge (ab Drillingen) beantragen. Mit der Patenschaft erhalten die Eltern eine einmalige finanzielle Zuwendung von 1400 Euro pro Kind. Ab sieben Kindern übernimmt auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine Ehrenpatenschaft. Diese Urkunde überreichte Reiner Haseloff ebenfalls. „Aufgrund, dass jetzt hier sieben Kinder sind, ist auch der Bundespräsident mit Pate geworden, der sich ebenfalls an der Unterstützung beteiligt“, sagt Haseloff.

Finanzielle Unterstützung für Start

Mit der Patenschaft sind Treffen der Mehrlings- Eltern verbunden. „Diejenigen, die beispielsweise drei Kinder auf einmal bekommen haben, während mehrere Kinder bereits im Haushalt leben, sollen sich ein Mal im Jahr dann auch zusammentun, was erleben und sich unterstützen“, so Haseloff.

Austausch mit Drillingseltern

Für die junge Familie bedeute die Patenschaft gerade zu Beginn eine finanzielle Hilfe. „Das hat schon geholfen. Man muss ja doch sehr viel anschaffen“, sagt Stefanie Neugebauer-Hansen. Es sei auch schön, sich bei den kommenden Treffen mit anderen Drillings-Eltern auszutauschen.

Wie aus dem Bilderbuch

Am 19. September kamen die Drillinge per Kaiserschnitt in Magdeburg zur Welt. „Der Chefarzt hat gesagt, das war ein Bilderbuch-Kaiserschnitt“, sagt Lars Neugebauer. Drei bis vier Mitarbeiter kümmerten sich um jedes Kind. Der Vater der Drillinge durfte erst nach der Entbindung zu seiner Frau.Dann kamen die Drei erstmal auf die Neugeborenen-Intensivstation. „Die Ärzte und Schwestern waren ganz toll“, sagt die Drillings-Mutter.

Sieben Kinder im Haus

Mittlerweile sind Fibi, Stan und Piet Zuhause in Klein Wanzleben und verändern auch das Leben ihrer vier Geschwister. Als die vier erfuhren, dass sie drei Geschwister auf einmal dazu bekommen, waren sie geschockt. „Ich dachte, dass wir das nicht so hinkriegen, aber jetzt finde ich es gut“, sagt Muriel Neugebauer. Sie ist mit 14 Jahren die Älteste der sieben Kinder. Sie hilft ihren Eltern, wo sie kann. „Eigentlich hab ich ja doch schon ‘ne Nanny. Sie macht das echt gut“, sagt Stefanie Neugebauer-Hansen. So hilft Muriel unter anderem beim Wickeln und Flasche geben. Der vierjährige Luke und der achtjährige Ben kümmern sich ebenfalls um ihre kleinen Geschwister. „Ich gebe immer den Nuckel, spiele mit ihnen oder gebe die Kuscheltiere hin“, erzählt Ben. „In der Nacht lassen wir sie schlafen, obwohl da auch Ida mal ins Zimmer geht, wenn sie schreien“, sagt Lars Neugebauer. Die elfährige Ida freut sich über ihre drei neuen Geschwister und bespaßt sie.

Der Alltag mit sieben Kindern sei laut Stefanie Neugebauer-Hansen nicht viel anders als mit vier Kindern. „Wir haben familiäre Hilfe. Man stellt sich komplett um, das läuft irgendwie“. Hilfe bekommt die Familie von ihren Eltern und Geschwistern, die im Haushalt oder bei Arztbesuchen unterstützen.