Hohendodeleben l Die Nachricht trifft den Vorsitzenden des Fördervereins, Andreas Strehlow, recht unvorbereitet. „Ist das wirklich wahr“, fragt er freudig erregt beim Anruf der Volksstimme. „Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Das ist ja unglaublich.“

Die Hohendodeleber sind nicht nur einer der fünf Gewinner, sie bekommen mit 3000 Euro auch noch den höchsten beim Wettbewerb „Ideen machen Schule“ im Jahr 2019 ausgelobten Betrag.

Die ersten Schritte zur Umsetzung des Projektes an der Hohendodeleber Grundschule sind schon erfolgt. So wurde bei einem Mitmachtag eine Wildblumenwiese angelegt. Der örtliche Ackerbauer Phillip Krainbring und Imker Yves Krone aus Niederndodeleben – die an dem Projekt mit beteiligt sind – hatten zuvor die Bodenbeschaffenheit geprüft und für gut beurteilt. Inzwischen blüht es auf dem Gelände und Hummeln, Bienen und weitere Insekten können sich am Nektar der Pflanzen laben.

Bilder

„Das ist gerade für die Kinder eine sehr interessante Sache“, sagt Andreas Strehlow. „Mit der Umsetzung ist uns ein guter Start gelungen.“ Auf dem Streifen werden das gesamte Jahr über immer irgendwelche Pflanzen blühen, die den Wildbienen Nahrung bieten. Das Anlegen der Bienenweide ist ein erster Teil des Projektes „Biene, Hummel und Co“ an der Grundschule. Dazu gehören weiterhin die Gestaltung eines Info-Pfades durch die Schüler und der Bau eines Insektenhotels. Genau dafür benötigen die Hohendodeleber weitere finanzielle Unterstützung.

Projekt mit vielen Facetten

„Da helfen uns die 3000 Euro natürlich enorm weiter“, stellt der Fördervereins vorsitzende fest. „Das Projekt hat viele Facetten und Möglichkeiten. Da wären der Umweltschutz, der Naturschutz und die Nachhaltigkeit. Die Kinder können Mitmachen, Beobachten, Lernen und Erfahren. Es gilt, Zusammenhänge zu erkennen und deutlich zu machen.“

Daher setze der Förderverein auf eine enge Zusammenarbeit mit Imkern und ansässigen Landwirten. Als Zukunftsvision steht die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft, in der die Kinder von erfahrenen Imkern angeleitet werden. Dabei könnten sie sich mit der Bienenwirtschaft beschäftigen und Honig sowie andere Produkte herstellen.

„Die Kinder mit diesem Thema bekannt zu machen, hat einen ganz wichtigen Grund“, sagt Strehlow. „Der Rückgang der Zahl von Insekten wird in der Ökologie als besonders problematisch angesehen, da diese vielen anderen Wildtieren als Nahrung dienen. Zudem ist die Bestäubung durch Insekten, insbesondere durch Bienen, für viele Pflanzen, darunter zahlreiche Nutzpflanzen, unverzichtbar. Manche sind sogar echte Bioindikatoren.“

Das unterstreicht auch Landwirt Phillip Krainbring, der auf seinen Ackerflächen ebenfalls viele Wildblumen für Insekten ausbringt und die Landwirtschaft so ökologisch wie möglich zu betreibt.