Grüne Wiese

Im Namen der Eltern: Geschenk für den Wormsdorfer Friedhof als Zeichen der Verbundenheit

Die Grüne Wiese auf dem Wormsdorfer Friedhof weist – schlicht und schmuck zugleich– ein neues Element auf: eine Gedenkbank. Viola Möbius, ehemalige Wormsdorferin, hat sie zusammen mit ihren Geschwistern gestiftet.

Von Ronny Schoof
Viola Möbius auf der Gedenkbank, die sie mit ihren Geschwistern in Erinnerung an die Eltern dem Wormsdorfer Friedhof gestiftet hat.
Viola Möbius auf der Gedenkbank, die sie mit ihren Geschwistern in Erinnerung an die Eltern dem Wormsdorfer Friedhof gestiftet hat. Fotos: Ronny Schoof

Wormsdorf - Ein halbes Jahr ist es her, dass Viola Möbius mal wieder in der alten Heimat weilte. Kein schöner Anlass – sie trug die Mutti zu Grabe. In Wormsdorf, wo Rosemarie Möbius glücklich und zufrieden den Großteil ihres Lebens verbracht hatte. Der Tochter war es nun ein Bedürfnis, die Erinnerung nicht nur an die Mama, sondern auch an den bereits 20 Jahre zuvor verstorbenen Papa für sich und die Wormsdorfer auf eine besondere Weise wach zu halten. Aus diesem Grund kehrte Viola Möbius am Montag erneut nach Wormsdorf zurück und stellte auf dem Friedhof eine Gedenkbank auf.

Etwas mehr als Blumenkranz und Plakette

„Sie sind immer hier in Wormsdorf gewesen. Sie haben es sehr geliebt, und ich denke, sie wurden auch sehr geliebt“, ist die Tochter sichtlich glücklich darüber, dass sie ihren Eltern an diesem sonnigen Vormittag wie gewollt und geplant das kleine Andenken an der Urnengemeinschaftsanlage, bereiten kann. Das Zuhause der 51-Jährigen ist seit vielen Jahren Hamburg, das Tor zur Welt. Auch die beiden Geschwister sind weit verstreut. Doch es war ihnen wichtig, der letzten Ruhestätte der Eltern im vertrauten Wormsdorf und somit auch den Wormsdorfern selbst noch etwas mehr zu geben als einen Blumenkranz und eine Plakette.

Violas Idee war es, eine Gedenkbank zu stiften und sie am Baum der „Grünen Wiese“ auf dem Friedhof aufzustellen. Ihr Ansinnen fand bei der Gemeinde Gehör; auch das für die Friedhofsverwaltung zuständige Amt in Eilsleben hatte nichts einzuwenden. „Die Gemeinde war da sehr hilfsbereit, will die Bank auch gegen Diebstahl sichern und über Winter einlagern“, zeigt sich Viola Möbius froh über das entgegenkommende Hand-in-Hand. „Mein besonderer Dank gilt der Standesbeamtin Anke Köhler, die sich gut um mein Anliegen gekümmert hat.“

Auch ein Dank an die Wormsdorfer

Freunde aus der Gegend haben beim letzten Schliff und dem Transport geholfen, auf dass die gestiftete Gedenkbank nun in schlichter Schönheit Ruhe, Trost und Aufmunterung spenden möge. Denn: „So haben auch andere Hinterbliebene einen schönen Platz, an dem sie sitzen und ihrer Lieben gedenken können“, meint Viola Möbius. Zusätzliches Motiv: „Ich finde es auch ein schönes Zeichen – gerade in diesen Zeiten –, für andere etwas zu tun und Nächstenliebe zu leben.“ Somit sei die Bank, die die Namen von Manfred und Rosemarie Möbius trägt, „auch ein kleiner Appell dafür, etwas für andere zu tun, denn das hat uns früher im Osten doch ausgemacht, dass wir zusammengehalten haben, füreinander da waren und ein schönes Miteinander gepflegt haben.“

Das seien Werte, für die ihre Eltern gestanden, die sie ihren Kindern mit auf den Lebensweg gegeben haben. Viola Möbius: „Sie hatten nicht viel Geld, aber sie hatten Zeit und Liebe für uns Kinder, und sie waren halt auch so, dass sie viel und gern etwas für andere gemacht haben. Und wie gesagt, sie genossen hier eine gute Anerkennung. Somit ist die Bank auch ein kleiner Dank an die Wormsdorfer dafür, dass sich meine Eltern hier immer so wohlgefühlt haben.“