Remkersleben l Nach Monaten der Verzögerung sollen Mitte, Ende Juni 2019 in der Remkersleber Kindertagesstätte „Zwergenland“ endlich wieder die Bauarbeiter anrücken. Sie wollen die energetische Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhauses fortsetzen, die laut Plan bereits im Dezember 2018 hätte beendet sein sollen. Jetzt sieht der Plan vor, dass die kleinen „Zwergenländer“ mit ihren Erzieherinnen dieses Weihnachtsfest wieder in der Remkersleber Kita feiern können. Seit August 2017 sind die Mädchen und Jungen in den Kindertagesstätten Seehausen und Groß Rodensleben zusammen mit ihren Erzieherinnen untergekommen.

„Die Firmen haben alle ihre Aufträge und müssen sie nur den mittlerweile aufgetretenen Veränderungen anpassen“, sagte Olaf Küpper, Leiter des Bauamtes der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben-Börde. Zusammen mit seiner Kollegin Ines Darius traf sich Küpper unlängst auf der Baustelle mit dem Wanzleber Architekten Norman Aris und Bauleiter Thomas Seidel, um sich ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort zu machen.

Balken sind schwer beschädigt

Und dieses Bild lässt erahnen wie kompliziert und aufwändig die Sanierungsarbeiten sein werden. Entgegen der ursprünglichen Planungen müssen an drei Außenwänden des fast 200 Jahre alten Fachwerkhauses die maroden Holzbalken entfernt werden. Der Zahn der Zeit, eingedrungenes Wasser und der Hausschwamm haben dafür gesorgt, dass vom Holz an vielen Stellen nicht mehr viel übrig und damit die Tragfähigkeit des Gebäudes gefährdet ist. Das ganze Ausmaß dieser Schäden sei nach den Worten von Olaf Küpper erst nach dem Beginn der Bauarbeiten zu Tage gekommen. Deshalb habe es die erheblichen Veränderungen bei der Ausführung der Arbeiten und damit den enormen Zeitverlust gegeben. Zuvor mussten die Änderungen noch von der Unteren Denkmalschutzbehörde abgesegnet werden, bis dann mit einer veränderten Statik die Bauordnungsbehörde des Kreises schließlich die Baugenehmigung erteilen konnte.

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Mittlerweile sind in den Räumen der Kita, in denen sonst die Kinder spielen, etliche Metallstützen eingezogen worden, die die mächtigen Holzbalken der Decke stützen. Inwieweit die Balken erhalten bleiben, könne noch nicht gesagt werden, verdeutlichte Architekt Norman Aris. Während der Bauarbeiten werde er ständig mit einem Gutachter in Kontakt stehen, der entscheide, wie weit die alten Holzbalken erneuert werden müssen. Das trifft besonders auf die Fassade des Hauses zu. Sie soll als eine für Remkersleben prägende Ansicht eines der letzten verbliebenen Fachwerkhäuser nach den Vorgaben des Denkmalschutzes unbedingt erhalten bleiben. Das Fachwerk werde dann aus alten und neuen Holzbalken bestehen. Die drei anderen Außenwände würden komplett erneuert und ohne Fachwerk hochgemauert werden. Sind diese Arbeiten und der Neuaufbau des Fußbodens beendet, beginnt der sehr aufwändige Innenausbau mit der Erneuerung der Fenster, Heizung, Sanitär und der Elektro- anlage.

Die Kosten der energetischen Sanierung der Kita Remkersleben sind mittlerweile auf 439.000 Euro gestiegen. Ein Großteil davon kommt aus dem Förderprogramm des Landes STARK III, den Rest trägt die Stadt Wanzleben. Mit dem mittlerweile genehmigten Haushalt der Stadt für 2019 können die Arbeiten fortgesetzt und letztendlich auch bezahlt werden.