Wanzleben l Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Bördeland haben es von 27 beantragten Vorhaben 19 auf die Prioritätenliste für das kommende Jahr geschafft. Davon kommen fünf Projekte aus der Stadt Wanzleben - Börde. Darunter auch zwei private Antraggsteller.

So wie Projektträger Jens Ackermann mit seinem Vorhaben „Besser Leben auf dem Land“. Er plant in seinem Heimatort Bottmersdorf den Umbau der Scheune des ehemaligen Vierseitenhofes zu einer Tagespflegeeinrichtung mit öffentlicher Begegnungsstätte und Frisör. „Die veranschlagte Bausumme beläuft sich auf 464 000 Euro. Wir als Aktionsgruppe könnten, sofern sein Antrag vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten bewilligt wird, das Vorhaben mit 50 000 Euro fördern“, erklärt LAG-Vorsitzende Petra Hort. Wer es auf die Prioritätenliste geschafft hat, könne jetzt Fördermittel beim ALFF beantragen, merkt sie als Erklärung an.

Dorfgemeinschaftshaus soll schöner werden

So wie Familie Kühle, ebenfalls aus Bottmersdorf. Als privater Projektträger plant sie den Ausbau eines Stallgebäudes zum Vierseitenhof, um einen Ort für Veranstaltungen und Begegnungen zu schaffen. „Für die Trockenlegung des Mauerwerks und den Innenausbau ist die Investitionssumme mit 30 000 Euro angegeben worden. Über das Leaderprogramm könnten davon 13 500 gefördert werden“, erklärt Petra Hort.

Als drittes Projekt aus der Einheitsgemeinde hat es der Heimatverein Klein Germersleben mit dem Vorhaben, den Giebel des Dorfgemeinschaftshauses sanieren sowie die Fassade mit einem Wandbild gestalten zu wollen, geschafft. „Das Ganze soll 12 000 Euro kosten. Bekommt der Verein als Projektträger grünes Licht für seinen Fördermittelantrag, könnte Leader 9000 Euro dazu geben.“

Auch das von der evangelischen Kirchengemeinde Hohendodeleben eingereichte Konzept zur Sanierung des Pfarrgemeindehauses in Hohendodeleben wurde von den LAG-Mitgliedern positiv bewertet. Für 119 000 Euro sollen an dem Objekt das Dach, die Fassade und die Fenster saniert werden. „Hier könnte es eine Fördersumme in Höhe von 50 000 Euro geben“, erklärt Petra Hort.

Wanzleben selbst ohne Projekt

Auch die Klein Germersleber Kirchengemeinde hat ein Bauprojekt eingereicht. Sie hofft auf finanzielle Unterstützung für die 262 000 Euro teure Kirchendachsanierung nebst Blitzschutz. Im Zuge der Arbeiten soll die Dachkonstruktion repariert und mit Schiefer neu eingedeckt werden, berichtet die LAG-Vorsitzende. Hierfür könnten Fördermittel in Höhe von 117 000 Euro fließen.

LAG-Bördeland-Vorsitzende Petra Hort hatte als Bürgermeisterin der Stadt Wanzleben - Börde auf der jüngsten Stadtratssitzung erklärt, dass die Stadt selbst dieses Mal keine kommunalen Projekte hätte einreichen können. „Weil uns hierfür schlichtweg die nötigen Eigenmittel fehlen. Ich hoffe, dass das für 2018 dann anders aussieht.“

Guter Boden für gute Ideen, so lautet der Titel der Lokalen Entwicklungsstrategie der LAG Bördeland, die den thematischen Handlungsrahmen für die Projektauswahl bildet.

Gesamtvolumen: 2,1 Millionen Euro

„Jedes Vorhaben wurde auf der Mitgliederversammlung Anfang November anhand eines Punktesystems bewertet und erhielt dementsprechend seinen Platz auf der Prioritätenliste. Von insgesamt 27 erhielten 19 Vorhaben ein positives Votum. Sechs Vorhaben haben die Mindestpunktzahl nicht erreicht, ein Projektantrag wurde zurückgezogen, für ein Vorhaben reicht das zur Verfügung stehende Budget nicht aus“, zählt Petra Hort auf.

Weit oben auf der Liste stehen Vorhaben zur Sicherung der Lebensqualität und zur Stärkung der dörflichen Gemeinschaft wie beispielsweise der Neubau des Sanitär- und Sozialgebäudes im Freibad Langenweddingen oder die Einrichtung eines „Grünen Klassenzimmers“ zur nachhaltigen Sicherung der Gartenanlage in Biere.

Bei insgesamt neun Kirchenvorhaben liegt der Fokus zum einen auf dem Erhalt der Ortsbild prägenden Gebäude, zum anderen auf dem Umbau für eine barrierefreie beziehungsweise ganzjährige Nutzung. Die 19 Projekte haben ein Investitionsvolumen von rund 2,1 Millionen Euro und einer Fördersumme von rund einer Million Euro.

Neben der Prioritätenliste wurden auch zwei gebietsübergreifende Kooperationsprojekte beschlossen: Das „Tourismuskonzept für die Region zwischen Braunschweig und Magdeburg“ sowie die Aufstellung von Informationstafeln an den acht Erlebnispunkten entlang der „Verborgenen Schätze an der Straße der Romanik“.