Den Luchs im Blick

Luchsspuren und -sichtungen können über die Internetseite luchsprojekt-harz.de gemeldet werden. Die Nationalparkverwaltung sammelt die Daten für ihr Luchs-Monitoring und erhält somit Einblick in die aktuelle Verbreitung und Entwicklung des Luchses. Just in dieser Woche wurde auch die Luchs-App zur Übermittlung von Hinweisen gestartet.

Eilsleben l Luchssichtungen außerhalb des Harzes seien mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr, heißt es von der Nationalparkverwaltung Harz: „Die Luchspopulation breitet sich seit dem zwischen 2000 und 2006 realisierten Wiederansiedlungsprojekt aus. Längst gibt es den Luchs auch in anderen großen Waldgebieten rund um das Mittelgebirge, nicht nur in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, sondern auch in Thüringen und Hessen.“

Für Roland Peters und seine Frau Verena war es beim Spaziergang am Donnerstag dennoch eine aufregende Entdeckung, zumal sie das Tier nicht im Wald, sondern sozusagen vor der eigenen Haustür in Eilsleben zu Gesicht bekamen. Mitten am Tag – und so unscheu, dass es quasi fürs Foto posierte. „Zuerst gesehen hat ihn unser Enkel Karl“, berichtet Verena Peters. „Das war gegen 10.30 Uhr in der Ummendorfer Straße am alten Bahndamm. Wir konnten es erst gar nicht recht glauben. Aber wir sind sicher, dass es ein Luchs war.“

Klare Belege für Luchs

Das Foto von Roland Peters untermauert diese Annahme. Die typischen Pinselohren sind zwar nicht genau zu erkennen, doch Körperbau und insbesondere der auffällig gezeichnete Kurzschwanz sind klare Belege. Ungewöhnlich ist neben dem Sichtungsort die Tageszeit. „Luchse sind vorwiegend in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Direkte Beobachtungen sind daher selten und zufällig“, teilt das Luchsprojekt Harz mit.

Eine unmittelbare Gefahr gehe von der Raubkatze nicht aus. Luchse meiden üblicherweise den Menschen. Dieses Exemplar, so Verena Peters, „wirkte sehr ängstlich und auch etwas orientierungslos.“