Wanzleben l Auf Fehlpässe hinweisen wollte Wanzlebens Sozialamtsleiter Kai Pluntke während der Sitzung des Wanzleber Sozialausschusses. Dort legte er die Informationen zur Entwicklung der Schülerzahlen für die Grundschulen der Einheitsgemeinde vor.

Die Mindestgröße einer bestandsfähigen Grundschule beträgt nach den Vorgaben des Landes Sachsen-Anhalt 60 Schüler. Dementsprechend darf die Zahl der Einschüler nicht über mehrere Jahre hinweg niedriger als 15 sein. „In Einzelfällen stellt das Landesschulamt auf Antrag Ausnahmegenehmigungen aus, dauerhaft ist das aber keine Möglichkeit“, sagt Kai Pluntke.

Der aktuellen Lage zufolge würden in die Grundschule Domersleben für das Schuljahr 2024/2025 nur 13, in 2026/2027 sogar lediglich elf Kinder eingeschult. Positiv zu bewerten sei laut Pluntke jedoch ein starker Zuzug seit dem letzten Jahr. Hatte er 2019 noch Gesamtschülerzahlen von 72 Kindern für das nächste Jahr prognostiziert, sind es jetzt 78. Diese Entwicklung hat die Voraussage aus dem vergangenen Jahr so verbessert, dass die Gesamtschülerzahlen der Grundschule in Domersleben nach jetzigem Stand bis zum Schuljahr 2025/2026 bei über 60 liegen. Im darauf folgenden Jahr sinkt die Zahl jedoch auf 58. Dann gilt der Bestand der Schule als gefährdet.

In Klein Wanzleben werden im nächsten Jahr 14 und voraussichtlich im Schuljahr 2023/2024 nur 13 Mädchen und Jungen die jeweils ersten Klassen besuchen. Im Schuljahr 2024/2025 sinkt die Gesamtschülerzahl auf 59, steigt bis 2027 aber wieder auf knapp über 60 an. So können Klein Wanzleben und auch Domersleben nach der Voraussage aus diesem Jahr vermutlich weiter bestehen, zumindest bis 2027 Dass die Zahlen ab dann aber plötzlich wieder in die Höhe schnellen, ist aus jetziger Sicht eher unwahrscheinlich.

Überall sinken Gesamtschülerzahlen

Insgesamt fallen die Gesamtschülerzahlen in allen Wanzleber Grundschulen von jetzt an bis 2027, in Domersleben von 82 auf 58, in Hohendodeleben von 88 auf 83, in Klein Wanzleben von 74 auf 61, in Seehausen von 75 auf 70 und in Wanzleben von 211 auf 192. Dabei weisen die Grundschulen in Hohendodeleben, Seehausen und Wanzleben keine bestandsgefährdenden Einschülerzahlen in diesem Zeitraum auf. In der Prognose schwanken die Zahlen für die Grundschule Wanzleben jedoch stark. So werden im Schuljahr 2023/24 59 Kinder eingeschult, im darauf folgenden Schuljahr 34 Kinder, im nächsten Jahr sogar 65 und 2026/27 nur noch 39 Mädchen und Jungen. Für die Grundschule Seehausen ist ein Abwärtstrend der Schülerzahlen deutlich zu verzeichnen. Wurden im vergangenen Jahr noch 29 ABC-Schützen gezählt, werden es im Jahr 2025/2026 nur noch 17 sein.

Relativ konstante Zahlen weist die Grundschule Hohendodeleben auf. Nur in den Jahren 2023/2024 und 2024/2025 werden nach jetziger Prognose weniger Schüler die ersten Klassen besuchen. Im vergangenen Jahr waren es 27. Laut Pluntke werden es für das Schuljahr 2026/2027 25 Kinder sein.

Sollten sich die Einschülerzahlen beispielsweise für Klein Wanzleben und Domersleben dauerhaft bestandsgefährdend entwickeln, „dann müssen wir andere Möglichkeiten in Betracht ziehen, auch wenn viele das nicht gern hören“, sagt Kai Pluntke. Dabei spricht er beispielsweise von der Anpassung von Einzugsgebieten und von Schulverbünden mit einem Haupt- und einem Nebenstandort. So könnten Schulen im Ort gehalten werden. Generell sind Grundschulverbünde eine Möglichkeit, Schulschließungen zu verhindern.

Pluntke berichtet über die Stimmung bei den Ortsverantwortlichen: „Natürlich wollen alle an ihren Schulen festhalten“. Auf Dauer hält der Sozialamtsleiter das jedoch für unrealistisch. Jedenfalls wird es nicht für alle Grundschulen realisierbar sein. Im nächsten Jahr werde der Schulentwicklungsplan fortgeschrieben. „Spätestens dann müssen wir über eventuelle Alternativen nachdenken. Ohne geht es nicht“, so Pluntke. Wenn machbar, sei das Ziel aber immer, alle Schulen weiter bestandsfähig zu halten.

Pluntke präsentiert die Schülerzahlen einmal jährlich, da diese in Folge von Zuzügen und Abzügen kontinuierlich Schwankungen unterworfen sind.