Wanzleben l Mit einem neuen sogenannten Zugkonzept wird in den Feuerwehren der Stadt Wanzleben-Börde auf die Tatsache reagiert, dass viele Feuerwehren – übrigens in ganz Deutschland – tagsüber nur noch bedingt einsatzfähig sind. So wird es nach der Überarbeitung der Alarm- und Ausrückeordnung künftig drei Züge in der Einheitsgemeinde geben, in denen mehrere Ortsfeuerwehren bei Großschadenslagen, wie beispielsweise dem Brand einer Lagerhalle, gemeinsam alarmiert werden.

Um den Ernstfall zu üben, rückten kürzlich eines Abends insgesamt 37 Kameraden der Feuerwehren Bottmersdorf, Domersleben, Klein Germersleben und Wanzleben vom Wanzleber Gerätehaus zu einer gemeinsamen Ausbildung in Richtung Gewerbegebiet aus. Unter dem Kommando von Zugführer David Bednarz bilden sie den zweiten Zug in der Stadt Wanzleben-Börde.

Und eben jener Zugführer hatte sich für den Abend ein Szenario überlegt, nach dem auf dem Gelände der Fehr Umwelt Ost GmbH eine Sortierhalle sowie eine Abfallhalde brennen und drei Menschen als vermisst gelten. Nebel, der aus der Halle nach außen drang, untermalte die Situation.

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Aufgaben klar geregelt

Jede Wehr kannte ihre Aufgaben. So teilten sich die Bottmersdorfer und die Domersleber Kameraden den Aufbau einer Wasserförderung über eine lange Wegstrecke und die Kühlung der Halle von außen, während die Klein Germersleber, unterstützt von den Wanzlebern, unter Atemschutz ins Innere der Halle vordrangen, um die drei Vermissten zu retten. Ebenso konnte ein Kamerad, der unter Atemschutz „zusammengebrochen“ war, zügig ins Freie gebracht werden.

Weitere Wanzleber Kameraden kümmerten sich unterdessen um die Wasserentnahme an der Tonkuhle und das Löschen der Abfallhalde von der Drehleiter aus. „Wichtig ist, dass wir das Zusammenspiel üben und keiner in den anderen Feuerwehren Konkurrenz sieht“, erklärte David Bednarz einen Aspekt der gemeinsamen Ausbildung. Zum Schluss der Ausbildung konnte er ebenso wie die Gruppenführer der einzelnen Wehren beim gemeinsamen Grillen eine positive Bilanz ziehen. Sein Dank gilt der Fehr Umwelt Ost GmbH für die Bereitstellung des Geländes für die Ausbildung.

Sicher werden diesem gemeinsamen Dienstabend noch einige weitere folgen, auch, damit die Feuerwehrleute sich und die Ausrüstungen auf den Fahrzeugen der jeweils anderen Wehren besser kennenlernen und das Zusammenspiel für den Ernstfall weiter üben.