Barneberg l Der rustikale Saal die Treppe rauf war Schauplatz für die gemeinsame Ausstellung der Vogelfreunde Börde und Umgebung mit ihrem (fast) ortsansässigen Vorsitzenden Jörg Robakowski aus Völpke und der Vereinigung für Artenschutz des Landes Sachsen-Anhalt (AZ). „Genau genommen sind es zwei separate Schauen“, erklärte AZ-Vorsitzender Uwe Arnhold zur Eröffnung im Beisein des Landrat-Vertreters Thomas Kluge. Denn obwohl die Vogelfreunde Börde und die AZ-Landesgruppe eines zentral verbindet, nämlich die Zucht hierzulande exotischer Vogelarten, „handelt es sich um zwei voneinander getrennte Vereinigungen, die hier erstmals gemeinsam und vereinsübergreifend eine solche Ausstellung organisiert haben“, so Arnhold.

Weil die Vogelfreunde Börde eine Mischgruppe sind, sich also nicht allein auf Exoten beschränken, gehören sie nicht der AZ an. Was beide Seiten aber nicht bekümmerte. Viel wichtiger war ihnen, die verbindende Freizeitleidenschaft zu präsentieren. Das hatte nicht zuletzt den Vorteil höherer Quantität und vor allem auch Qualität. „Bundesweit ist die AZ der Dachverband für rund 20 000 Mitglieder“, merkte Uwe Arnhold an, „in Sachsen-Anhalt sind es allerdings nur noch drei aktive Ortsgruppen.“ Neulinge oder auch gestandene Züchter für die Exotenzucht zu begeistern war ein Nebenzweck der Ausstellung, die zugleich ein Jubiläum, die 25. AZ-Landesschau, markierte.

Auch Jörg Robakowski von den ausrichtenden Vogelfreunden ließ durchblicken, dass die Partnerschaft mit der AZ eine willkommene Verstärkung darstellt: „2004 haben wir uns gegründet, sind damals mit 20 Mitgliedern gestartet – heute sind es noch zehn, die sich der Zucht von Papageien, Amazonen, Kakadus, Prachtfinken, Kanarienvögeln oder Großsittichen widmen.“ Robakowski richtete besonderen Dank an seine Mitstreiter und deren Partner, die „große Anstrengungen unternommen haben, die Schau hier in der Kulturscheune vorzubereiten und auszugestalten.“

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Landessieg nach Eilsleben

In den Käfigen und Volieren flatterte und zwitscherte es dann auch zwei Tage lang quietschbunt. Die rund 50 Aussteller präsentierten Arten, die schon dem Namen nach außergewöhnlich sind: Spitzschwanzamadinen, Nymphensittiche, Napoleonweber, Kapsperlinge oder Gelbschulterwidas. „Eine beeindruckende Vielfalt“, kommentierte Thomas Kluge beim Begrüßungsrundgang und lobte die Züchter für ihren „wichtigen Beitrag zum Artenerhalt“.

Die Besucher konnten sich auch direkt einen Überblick zu den herausragenden Züchtungen verschaffen, denn die Ausstellung diente auch dem Wettbewerb, in erster Linie in Form der Landesmeisterschaft. „Somit ist dieses Wochenende für uns hier in dem sehr schönen Ambiente auch ein bedeutender Leistungsvergleich“, sagte Uwe Arnhold. Die Juroren waren am Vorabend zwecks Bewertung in der Kulturscheune im Einsatz und kürten unter anderem die Ulrich Kehse aus Eilsleben zum Landessieger. „Für seine vorzüglichen Wellensittiche ist Ulrich Kehse schon mehrfach prämiert worden und ist auch international sehr erfolgreich“, wusste Arnhold zu berichten. Weitere „Lokalmatadoren“ der Landesschau waren Karl-Heinz Röseler aus Seehausen und Mario Schmidt aus Klein Wanzleben.