Gesundheit

Vorschüler haben Übergewicht

Der Grundstein für die Gesundheit wird im Kindesalter gelegt. Damit sieht es in Wanzleben nicht ganz so gut aus.

Wanzleben l Die Statistiken über den Gesundheitszustand der Kinder, die der Landkreis Börde als Teil seiner Sozialplanung erstellt hat, sind beunruhigend. Sowohl bei den Zähnen als auch beim Gewicht steht Wanzleben nicht so gut da.

Bei den Zähnen schneiden die Kinder im Alter zwischen sechs und sieben Jahren mit am schlechtesten ab. Der Zahnstatus wird über den dmf-t/DMF-T-Wert definiert. Anhand dieses Wertes lässt sich der Zustand der Milchzähne (dmf-t) und der bleibenden Zähne (DMF-T) beurteilen. Die Zahl dabei steht für die Anzahl von kariösen, fehlenden, gefüllten und gesunden Zähnen.

Je höher der Wert, umso schlechter sieht es auch mit den Zähnen aus. So gehört Wanzleben im Landkreis Börde im Schuljahr 2017/2018 mit 2,2 zu den drei Schlechtesten. Anders sieht es bei den bleibenden Zähnen der zwölfjährigen Kinder aus: Hier schließt Wanzleben mit einem Wert von 0,32 ab. Damit liegt der Zahnstatus sogar unter dem durchschnitt-lichen Wert des Landkreis Börde von 0,46. Ein schlechter Zahnzustand im Kindesalter sowie Unter- oder Übergewicht wirken sich negativ auf die psychosoziale Entwicklung und auch auf die physische sowie psychische Gesundheit aus. Deshalb setzt der Landkreis vor allem auf Präventionsmaßnahmen in Kindertagesstätten und Schulen. Dort gehören Zähneputzen oder gesunde Ernährung schon fest zum Alltag.

In der Kita Sarrezwerge in Wanzleben werden in den Gruppen nach einer Hauptmahlzeit die Zähne geputzt. Entweder nach dem Frühstück oder nach dem Mittagessen. „Das können die Gruppen selbst entscheiden“, sagt Kitaleiterin Marion Liehr. Zahnbürsten und Zahnpasta bekommt die Kita bei Bedarf vom zahnärztlichen Dienst des Landkreis Börde. „Wir sind da wirklich gut aufgestellt“, sagt die Einrichtungsleiterin. Außerdem komme einmal im Jahr der Jugendzahnärztliche Dienst des Landkreises, um die Zähne der Kinder zu kontrollieren. Auch beim Sommerfest der Kita ist dieser mit einem extra Stand vertreten, das Fest konnte in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aber nicht stattfinden. Ähnlich sieht es in der Grundschule in Seehausen aus. Neben der Zahngesundheit sind Unter- und Übergewicht ebenfalls ein Problem

Im Kindergarten wird neben einer guten Zahnpflege außerdem auf eine ausgewogene Ernährung geachtet. Nicht ohne Grund: Im Untersuchungsjahr 2018 gab es in Wanzleben 9,4 Prozent untergewichtige Kinder, 70,4 Prozent hatten Normalgewicht, 6,9 Prozent waren übergewichtig. 13,2 Prozent hatten bereits ein krankhaftes Übergewicht. Damit hat die Gemeinde Wanzleben-Börde laut Statistik den höchsten Wert. Immer mittwochs gibt es in der Kita „Sarrezwerge“ einen gesunden Tag. Zum Frühstück und zur Vespermahlzeit ist Selbstverpflegung. Dann gibt es gesundes Brot, Möhren, Gurke oder auch Tomate. Als Zwischenmahlzeit wird Obst gereicht. „Wir legen großen Wert darauf, mehr Obst und Gemüse zu geben“, so Marion Liehr. Vor der Corona-Pandemie bereiteten in der Kinderküche die Kinder gemeinsam mit den Erziehern auch selbst Speisen zu. Beliebt sei hier die Quarkspeise mit Obst. Daran sollen die Kinder sehen, dass nicht viel Zucker benötigt werde, um den Quark zu zubereiten. Auch bei den Getränken wird darauf geachtet ,den Zucker zu reduzieren. „Im Monat leisten die Eltern einen kleinen Obolus. Davon kaufen wir Getränke“, erzählt die Kitaleiterin. Dann gibt es Milch, ungesüßten Tee oder verdünnten Saft.

In der Seehäuser Grundschule gibt es einmal in der Woche ein gesundes Frühstück. Die Schule bekommt ihr Essen von der Bördeküche. Dreimal in der Woche gibt es dann frisches Obst. Außerdem gibt es Projekttage zur Zahngesundheit und Ernährung. Trotz der geschlossenen Turnhalle in Seehausen fällt der Sport für die Schüler nicht aus. „Die Kinder gehen momentan einmal in der Woche ins Fitnessstudio“, sagt Nicole Holzvoigt, Schulsachbearbeiterin an der Grundschule.

Um die Eltern für das Thema gesunde Ernährung zu sensibilisieren, werden in der Kita Sarrezwerge die Elternabende genutzt. „Wir haben jemanden vom Gesundheitsamt eingeladen, der aufzeigt, wie viel Zucker in den Lebensmitteln ist“, erzählt Marion Liehr.