Wanzleben l Michelle Hoppe und Thu Giang Tran – auch einfach Tutti genannt – tanzen schon von Kindesbeinen an. Die beiden 18-Jährigen sind in einer Tanzschule in Magdeburg aktiv und gehören ohne Frage zu den Spitzentänzerinnen Deutschlands im fortgeschrittenen Bereich. Davon zeugen gleich mehrere Medaillenränge bei Tanz-Höhepunkten und Meisterschaften. So sind sie beispielsweise im Jahr 2015 Deutsche Meisterinnen geworden. Seither landen sie mit ihren Vorführungen im Hip-Hop-Bereich immer unter den Top-Platzierungen, sei es bei der Ostdeutschen Meisterschaft oder eben bei der Bundesmeisterschaft.

In diesem Jahr ist die Magdeburger Gruppe des Trainers Martin Schönherr aus Braunschweig auf Rang drei (Ostdeutsche Meisterschaft) und Rang vier (Deutsche Meisterschaft) gelandet. Nun wollen die sieben Tänzerinnen, darunter die beiden aus Wanzleben, ihr Können bei der Weltmeisterschaft im englischen Blackpool beweisen.

Konkurrenz ist groß

„Die Konkurrenz ist groß“, sagt Michelle Hoppe, „Ich habe mir schon einige Videos im Internet angesehen. Die Konkurrenz ist stark und kommt meist aus Neuseeland, den Philippinen, Dänemark und eben England.“ Als optimale Ausbeute sehen die beiden Wanzleberinnen bei 16 Gruppen in ihrer Kategorie das Erreichen des Halbfinals an.

„Ich schätze im Vorfeld für mich persönlich immer den machbaren Bereich ein“, sagt Michelle. „Damit habe ich eigentlich immer richtig gelegen.“ Für das große Ziel haben die Tänzerinnen der Gruppe einiges an Arbeit auf sich genommen. „Wir trainieren schon seit dem Mai intensiv für den großen Auftritt“, verrät Tutti. „Das sind zwei bis dreimal die Woche über zwei bis vier Stunden.“ Sonst findet das Training in Magdeburg nur einmal in der Woche statt.

„Das genügt natürlich nicht, wenn man etwas erreichen will“, schätzt Michelle ein. „So ein Auftritt hat meist eine Länge von etwa zwei Minuten und da wird einem alles abverlangt.“ Danach sei eine längere Erholungsphase notwendig. „Wir powern uns bei der Gelegenheit so richtig aus“, versichert Tutti. Dabei entscheidet nicht nur der Tanz allein, auch die Choreografie muss sitzen und die Wertungsrichter sowie das Publikum möglichst „vom Hocker reißen“. Zudem tragen die Tänzerinnen spezielle Kostüme, die sie in den meisten Fällen auch selber finanzieren.

Sponsor übernimmt Reisekosten

„Auch die Reise muss bezahlt werden“, erzählt Michelle. „Da sind Ideen gefragt. Manche Gruppe veranstaltet eigene Flohmärkte und nutzt den Erlös dafür.“ Die Tänzerinnen aus Magdeburg haben für ihre Reise einen Sponsor gewonnen, der die Kosten übernimmt. „Das ist absolut nicht selbstverständlich“, sagt Michelle. „Wir reden hier von etwa 500 Euro pro Person.“

Für die Weltmeisterschaft drücken den beiden Wanzleberinnen nicht nur die Familienangehörigen und Freunde alle Daumen, sondern auch die Lehrer und Schüler des Bördegymnasiums. Michelle hat dort erst vor kurzem ihr Abitur gemacht und Tutti besucht derzeit die 12. Klasse. Für die Teilnahme an dem internationalen Vergleich wird sie sogar einige Tage vom Unterricht freigestellt. „Wir sind bis in die Haarspitzen motiviert“, versichert Michelle und ihre beste Freundin nickt dazu. „Auf der Bühne werden wir alles geben und dann sehen, ob sich das intensive Training auszahlt.“