Schmierereien

Wieder Vandalismus in Wanzleben

Kaum ist der neue Fahrstuhl in der Grundschule „An der Burg“ in Wanzleben eingebaut, da schlagen schon „Künstler“ zu. Seit dem Wochenende zieren Schmierereien die neuen Türen. Der Schaden liegt bei mehreren tausend Euro.

Von Christian Besecke
Die Rutsche auf dem Pausenhof der Grundschule ist ebenfalls beschmiert worden.
Die Rutsche auf dem Pausenhof der Grundschule ist ebenfalls beschmiert worden. Foto: Hagen Uhlenhaut

Wanzleben - Angesichts einer Flut von Schmierereien und Graffiti an öffentlichen Gebäuden platzt den Verwaltungsmitarbeitern der Einheitsgemeinde Wanzleben langsam der Kragen. Ordnungsamtsleiter Kai Pluntke ist beim Gespräch mit der Volksstimme sichtlich erzürnt.

„Erst in der zurückliegenden Woche ist der Aufzug in der Grundschule eingebaut und abgenommen worden“, schildert er. „Am Montagmorgen bot sich uns ein unfassbares Bild.“ Die bislang strahlend weißen Türen zum Aufzug waren über und über mit Parolen aus der Fußballszene beschmiert. Aber nicht nur hier tobten sich die bislang unbekannten Täter aus. Auch die Sicherheitstüren, die allerdings schon länger in der Schule verbaut sind, waren vollgeschmiert. Am weißen Anstrich wurde offenbar gekratzt und das Sicherheitsglas ist ebenfalls mit Farbe zugekleistert worden.

Auch der Spielplatzist betroffen

Selbst vor dem Spielplatz auf dem Pausenhof der Grundschule machten die Vandalen nicht halt. Dort wurde eine Rutsche mit Schriftzügen vollgeschmiert. „Das ist jetzt sozusagen die Krönung“, schätzt der Ordnungsamtschef ein. „Die Täter haben keinerlei Respekt vor den Ausgaben, die die Gemeinde als Träger der Grundschule tätigt.“

Im Gegenteil, schon oft genug war die Lehranstalt das Ziel von Einbrechern. Das hat die Verwaltung immer wieder über Anzeigen dokumentiert. Passiert ist bislang nichts. Auch wenn in der Vergangenheit Verursacher von Schmierereien bekannt geworden ist. Die Täter kamen mit der Einstellung ihrer Verfahren davon. Das hat Kai Pluntke selber erlebt, der bei entsprechenden Gerichtsverfahren vor Ort war. „So kann das einfach nicht weitergehen“, äußert der sich. „Der Schaden ist auch in diesem Fall enorm.“

Nicht nur die Türen der Grundschule mussten als Angriffspunkt herhalten. Das ganze Gelände, somit auch Mauern und Wände sind vollgeschmiert worden. Bei der genutzten Farbe handelt es sich nicht unbedingt um solche aus Dosen. Vielmehr vermutet der Ordnungsamtsleiter, dass dieses Mal wasserfeste Stifte benutzt worden sind. „Aber auch die Schmierereien müssen wir erst einmal wieder wegbekommen“, sagt er. „Auch das ganze Ausmaß überrascht uns.“

Anzeigen wegen unbefugtem Betreten

Pluntke ist schon einiges gewohnt. So hat er selber schon bei seinen Patrouillen gegen Abend Jugendliche vom Gelände vertrieben, die sich Zugang verschafft hatten. „Wir sind dazu übergegangen, unbefugten Zutritte anzuzeigen“, sagt er. Wegen solcher Vorkommnisse wurden auch schon öffentliche Spielplätze für die Nutzung gesperrt, so an der Sekundarschule. Ohnehin hatten sich hier schon Randalierer ausgetobt. Ein weiterer Spielplatz ist aus diesem Grund schon vor Jahren geschlossen worden. Derzeit gibt es nur noch den Platz in der Goethestraße, der für die Öffentlichkeit zugängig ist. „Das geht eindeutig auf das Konto der Randalierer“, sagt Kai Pluntke. „Die Kosten für die Stadt sind enorm.“

Wachschutz und Kameras kosten künftig Geld

Und sie werden noch weiter steigen, sodass jetzt über die Anschaffung von Kameras nachgedacht wird, die das Gelände der Grundschule überwachen sollen. Künftig kann also die Verwaltung dann die sportlichen Täter dabei beobachten, wie sie sich beispielsweise zu den Oberlichtern der Turnhalle vorarbeiten, um dort ihre Schmierereien anzubringen.

„So etwas ist nicht nur eine Frechheit, nein, die Leute bedenken scheinbar nicht einmal in welche Gefahr sie sich bei solchen Kletteraktionen begeben“, bringt Pluntke vor. „Wenn da etwas passiert, dann ist das Geschrei groß.“ Ähnliche Kletteraktionen hat er schon beobachtet, als noch ein Gerüst dort stand, wo sich jetzt der Aufzug befindet. „Wir haben es wirklich satt, dass das Gelände als Abenteuerspielplatz genutzt wird“, betont der Ordnungsamtsleiter.

Im Rest der Stadt ist das aber auch nicht viel anders. Überall finden sich Graffiti, Schilder werden verschmiert. Im Bereich an der Alten Tonkuhle sind sogar schon Teile vom Straßenbelag den Berg heruntergeworfen worden. Ja, Mitarbeiter der hier ansässigen Firmen haben schon Nägel unter ihren Autoreifen gefunden. Selbst die Rathaustreppe ist erst vor ein paar Tagen Ziel eines Anschlags gewesen. Dort wurde das Schutzblech herausgerissen „Solche Aktionen machen uns einfach nur noch fassungslos“, sagt Kai Pluntke.

Deshalb gibt es jetzt harte Maßnahmen. Die Stadt wird einen Wachschutz beauftragen, der die öffentlichen Objekte unter seine Obhut nimmt. Die Kameras sollen noch im Laufe der Ferien eingebaut werden. „Das kostet alles Gelder, die wir gern an anderer Stelle eingesetzt hätten“, sagt Kai Pluntke.