Wernigerode l „Basislager Brocken“ steht auf einem Schild an der Berghütte am Rande Schierkes. „Basislager“ – das erinnert an hochalpine Zeltsiedlungen, in denen Proviant gebunkert wird und sich Bergsteiger tagelang akklimatisieren.

Solche Szenen wird man im Harzer Basislager nicht zu Gesicht bekommen. Der Brockengipfel ist von der Hütte bequem in zwei bis drei Stunden erreichbar.

Das Basislager Brocken ist der ganze Stolz der Wernigeröder Sektion des Deutschen Alpenvereins. „Wir sind sehr wenig in der Presse. Das ist vielleicht unsere Schwäche“, sagt Sektionsvorsitzender Volkmar Lärm. Dabei ist der Verein längst eine Größe in der Stadt. Etwa 650 Mitglieder zählt die Sektion Wernigerode. Zahlreiche Aktivitäten prägen das Vereinsleben.

Bilder

Schwerpunkt Jugendarbeit

Besonders stark seien die Wernigeröder in ihrer Kinder- und Jugendarbeit, sagt Volkmar Lärm. 65 Kinder seien Einzelmitglieder der Sektion, 57 weitere sind Mitglied über ihre Familie. Die Kinder, aber auch jedes andere Mitglied, können die Kletterwand des DAV in der Stadtfeldhalle kostenlos nutzen. Hier bietet der Verein Training und geschulte Betreuung an.

Doch viele Kletterer würden lieber unter freiem Himmel trainieren. Zur Arbeit des DAV gehört auch die Vermittlung von Naturschutzwerten gehört. „Wie soll man in der Halle diese Werte vermitteln?“, fragt der zweite Vorsitzende Klaus-Peter Pohle. Viele der Klippen und Felsen des Harzes seien für das Klettern gesperrt. „Die Natur nützt niemandem etwas, wenn sie eingezäunt ist“, sagt Pohle.

Wenn auch Klettern und die Arbeit mit Kindern im Mittelpunkt der Arbeit stehen, der Wernigeröder Verein zeichnet sich auch durch andere Aktivitäten aus. Dazu zählen Wandertouren durch den Harz und größere Reisen. Als nächstes geht es nach Kreta, wo Bergtouren auch im Winterhalbjahr möglich sind, danach in die französischen Alpen.

Starker Zuwachs bei den Mitgliederzahlen

Was sich andere Vereine wünschen, ist für den Wernigeröder DAV beinahe ein Problem. „Durch das schnelle Wachstum stoßen wir an Grenzen“, sagt Volkmar Lärm. In nur drei Jahren konnte die Sektion 300 neue Mitglieder verzeichnen. „Wir machen das komplett im Ehrenamt“, sagt Klaus-Peter Pohle. Eine hauptamtliche Struktur ist allerdings nicht geplant, dafür fehlen schlichtweg die Finanzen.

Als Konkurrenz zum Harzklub sieht sich der DAV nicht. An manchen Stellen ähnelt sich die Arbeit, an anderen ist sie völlig verschieden. „Vielleicht sind unsere Wanderungen länger“, sagt Pohle. Größte Unterschiede liegen wohl in der Altersstruktur und der Mitgliederentwicklung.

Was sind die Lieblingsberge des Harzer DAV-Vorstands? Volkmar Lärm findet schnell eine Antwort: der Stetint in Norwegen. „Ein beeindruckender Felsen“, sagt der Sektionschef, trotz der nur 1392 Meter, die allerdings steil aus dem Fjord ragen. Klaus-Peter Pohle nennt als einheimischen Favoriten die Leistenklippe und den Landmann, beide Teil des Hohnekamms. Vorstandsmitglied Katrin Müller mag allgemein Wege an Steilhängen – die im Harz schwer zu finden sind.