Blankenburg l Seit wenigen Tagen rollen am Pfeifenkrug bei Blankenburg die Baumaschinen. Mit einem Bagger und schweren Lastern werden gegenwärtig zig Kubikmeter Mutterboden weg bewegt, um das Baufeld bis zum tragenden Boden freizulegen. Positiver Nebenaspekt dabei: Wenige Tage nach dem Baustart zum Wochenanfang sind so bereits die Dimensionen des künftigen Pendlerparkplatzes am Pfeifenkrug erkennbar. Bis Ende Juni 2019 lässt die Landesstraßenbaubehörde (LSBB) hier eine Abstellfläche für 69 Autos errichten. Dafür werden insgesamt rund 400.000 Euro investiert.

Letztlich entstehen im Umfeld des alten Gasthauses am Pfeifenkrug zwei Flächen mit schräg angeordneten Stellflächen für Pkw. Einige sind für Nutzer mit körperlichen Handicaps reserviert. Hinzu kommen zwei Bänke und drei Bügel, um Fahrräder sicher abzustellen.

Die direkte Nähe zur A-36-Auffahrt Heimburg – geschätzt sind es vielleicht 300 Meter – lässt erwarten, dass dieser Pendlerparkplatz besser angenommen wird, als die im Gewerbegebiet Am Hasenwinkel gebaute Stellfläche. Die dort im Frühjahr 2015 eingerichtete Fläche ist überwiegend leer.

Bilder

Zwischen zwei A-36-Anschlussstellen gelegen

Das könnte am Pfeifenkrug anders sein. Aufgrund seiner Lage direkt an der B 81 und zwischen den A-36-Anschlussstellen Blankenburg-Zentrum und Heimburg bietet sich die Nutzung insbesondere für Pendler mit Ziel Niedersachsen an. Selbige machen das Gros der Tages-Pendler aus, viele von ihnen bilden Fahrgemeinschaften und benötigen daher tagsüber Auto-Stellplätze.

Die nun geplante Konstellation ist dabei geradezu ideal: Morgens bei der Fahrt auf der Richtungsfahrbahn Niedersachsen in Blankenburg abfahren, am Pfeifenkrug den Kollegen zusteigen lassen und anschließend in Heimburg wieder auf die Autobahn rauf. Das dürfte im morgendlichen Berufsverkehr nur wenige Minuten Verzögerung mit sich bringen und daher bei der Zielgruppe auf Akzeptanz stoßen.

Das Bauvorhaben der LSBB wird im Polizeirevier Harz ausdrücklich begrüßt. Uwe Raugust, seines Zeichens Verkehrstechniker, weiß nur zu gut um die Schwierigkeiten mit Pendler-Stellflächen entlang der Nordharzautobahn A 36. Fast an jeder Anschlussstelle werden Autos mehr oder weniger illegal abgestellt, der Bedarf an ordentlichen Stellflächen sei groß.

Probleme bei Quedlinburg und Wernigerode

So beispielsweise an der Auf- und Abfahrt Quedlinburg-Ost. Auch im Umfeld der Anschlussstelle Wernigerode-Zentrum stehen täglich Autos. Oft werden dabei bewusst oder unbewusst auch Verkehrsvorschriften verletzt und zuweilen gefährliche Situationen provoziert.

Beispiel Quedlinburg-Ost: Dort parken manche Autofahrer im Bereich eines großen Vorwegweisers. Um dieses Areal zu erreichen, muss die weiße Seitenrandmarkierung der Straße überfahren werden. Das ist verboten und kostet, wenn Polizei oder Kommunen kontrollieren, zehn Euro Verwarngeld. Obendrein sorgt es für gefährliche Momente, wenn Autofahrer dort überraschend für den nachfolgenden Verkehr sehr stark abbremsen, um die ausgefahrene Stelle zwischen Straße und Grünfläche vorsichtig zu passieren, ohne ihren Wagen zu beschädigen.

Mit Blick auf die Bedeutung des Pendler-Parkplatzes will Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) höchstselbst den symbolischen ersten Spatenstich nachholen. Während der Bauzeit werden Pendler gebeten, auf den Stellplatz im Bereich Am Hasenwinkel in Blankenburg /Oesig auszuweichen.