Reddeber l Der Toyota Land Cruiser von Stefan Schwarz ist makellos. Kein Fleck verunziert den saharabeigen Lack, keine Fliege hat sich im Kühlergrill verfangen. Der Kfz-Meister aus Reddeber hat den Geländewagen, Baujahr 1975, innerhalb von sieben Jahren mit viel Liebe zum Detail restauriert. „Ich wollte, dass der Zustand des Autos von früher für die Nachwelt erhalten bleibt“, sagt der 55-Jährige.

Arbeitsauto auf der Plantage

Seitdem die erste Generation des Toyota Land Cruiser den berühmten japanischen Berg Fuji erklomm, sind mehr als 60 Jahre vergangen. Der Land Cruiser, der im Dezember 1975 vom Band lief, entstammt der zweiten Generation von Geländewagen des japanischen Autoherstellers. Die ersten fünf Jahre fuhr der Wagen vom Typ FJ 40 als reines Arbeitsauto über eine Baumwollplantage in Nigeria, berichtet Stefan Schwarz. Im Jahr 1980 nahm der Besitzer ihn von Afrika mit nach Deutschland. Dort wurde er über die Jahre in einer alten Scheune vergessen. Erst nach dem Tod des Farmers hat Stefan Schwarz ihn 1996 von der Witwe erworben. Sogar ein paar nigerianische Münzen hat er beim Ausbau im Wagen gefunden.

Viel Liebe zum Detail

Bei der Restaurierung ging Stefan Schwarz mit Akribie zu Werke. In seiner Garage nahm er den Toyota Land Cruiser FJ 40 komplett auseinander – sogar die Unterlegscheiben der Schrauben hat er bearbeitet. Frame-off Restauration wird das in Fachkreisen genannt. Motor, Getriebe und Achsen wurden überholt, Metallteile sandgestrahlt und neu lackiert – alles im Originalton. Alle Komponenten wurden wieder aufgearbeitet, fehlende Originalteile waren zu besorgen. Heute ist der 75er FJ 40 ein echtes Schmuckstück. Von der Oldtimerbewertung gab es für den Museumszustand die Gesamtnote Eins.

Bilder

Ein Auto im Wohnzimmer

Die fertiggestellten Teile lagerte Schwarz zwischenzeitlich im eigenen Wohnzimmer. Dort stand einen Winter lang auch der Land Cruiser. Das Bild vom Geländewagen vor dem Kamin im Wohnzimmer erschien sogar in der Frühjahrsausgabe des Toyota-Magazins 2011. Bereits vor dem Land Cruiser hat Stefan Schwarz drei Fahrzeuge restauriert – alle vom Hersteller Toyota. Seine Lehre hat er in einer Toyota-Werkstatt absolviert. Seitdem hat er immer für den japanischen Autohersteller gearbeitet. Mit den Jahren sei er zum Liebhaber geworden. Inzwischen hat er seine eigene Werkstatt in Reddeber.

Der Wagen hat seit seiner Fertigstellung im Jahr 2004 erst 2000 Kilometer auf dem Tacho. Für Schwarz ist er ein Liebhaber-Stück und liegt ihm sehr am Herzen. Der Geländewagen in Sahara-Beige ist längst kein Arbeitsauto mehr. Lediglich für Töchterchen Lea wird er herausgeholt. Die Zwölfjährige möchte den Wagen später übernehmen, das hat sie bereits angekündigt. Sie möchte in Papas Fußstapfen treten und Kfz-Meisterin werden.

 

Weitere Informationen und Bilder auf der Internetseite von Stefan Schwarz.