Freizeit

Bei Sommerhitze: Ab ins Freibad

Die Freibadsaison im Oberharz steht vor dem Abschluss. In dieser Woche haben alle Bäder geöffnet und hoffen auf viele Gäste.

Von Katrin Schröder

Rübeland l Ian ist ein Pirat, der sich aufs Baggern versteht. Das Baufahrzeug in der Hand und ein bedrucktes Tuch auf dem Kopf, planscht der Dreijährige im Kinderbecken des Rübeländer Freibads. Mutter Frances Henneberg und Oma Katrin Kunzelmann aus Hüttenrode sehen wohlwollend zu. „Ich war selbst als Kind immer hier, von morgens bis abends“, sagt Katrin Kunzelmann. Das Bad habe sich toll entwickelt, sagen beide. Die Holzkabinen glänzen frisch gestrichen, der Weg vom Eingang ins Bad ist asphaltiert, und unter dem neuen, 64 Quadratmeter großen Sonnensegel am Planschbecken finden Familien Schutz.

Doch der Sommer hat dem Betreiber, dem Förderverein Freibad Rübeland, in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Wir hatten leider kein durchgehend schönes Wetter“, sagt der Vereinsvorsitzende Ronald Probek. Das schlägt sich in den Besucherzahlen nieder: Rund ein Drittel weniger als im Vorjahr gingen in Rübeland baden, schätzt Probek. Bis Ende August wollen die Rübeländer das Bad offenhalten. „Wenn sich in der kommenden Woche das Superwetter hält, öffnen wir auch noch im September.“

Diese Option hält sich der Waldbadverein in Elend ebenfalls offen. Eigentlich geht die Badesaison im Ort am Sonntag zuende. Doch wenn das Wetter mitspielt, könnten zusätzliche Badetage herausspringen. „Das entscheidet der Verein, wenn es soweit ist“, sagt Ralf Gläsing. Die Saison fasst der Vereinschef und Ortsbürgermeister kurz und bündig zusammen: „Es war ein schlechter Sommer.“

Durch das mäßige Wetter blieben die Besucher weg. „Wir müssen aber nicht den Kopf in den Sand stecken“, so Gläsing. Veranstaltungen wie das Waldbadfest seien gut besucht gewesen, das Engagement der rund 100 Vereinsmitglieder sei ungebrochen. „Nicht selten leisten die Urlauber einen Beitrag.“

Vor dem Start in die Saison 2017 haben sich die Elender einiges vorgenommen. Das Becken soll einen frischen Anstrich erhalten, ebenso soll der hölzerne Wirtschaftstrakt erneuert werden. „Im kommenden Jahr feiern wir 85 Jahre Waldbad“, erklärt Gläsing. Da soll die Anlage glänzen.

Auch in Hasselfelde wäre einiges zu tun, doch die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Wernigerode als Betreiberin hat Mühe, helfende Hände zu finden. „Wir suchen seit Längerem eine 450-Euro-Kraft für Gärtner- und Holzarbeiten, bekommen aber niemanden“, sagt Andreas Herbst, Leiter Bädermanagement bei der DLRG. Er hofft, dass die hölzerne Anlage mangels Pflege nicht irgendwann durch Beton ersetzt werden muss. „Das wäre sehr schade, denn so etwas ist heutzutage selten.“

Das wechselhafte Wetter hat in Hasselfelde für einen Einbruch der Besucherzahlen gesorgt. Der frühe Ferienbeginn tat ein übriges, so Herbst. Rund 45 Prozent des Vorjahreswertes werden 2016 erreicht, schätzt er. Selbst wenn die letzten Sommertage für ein volles Bad sorgen: „Mehr die Hälfte im Vergleich zu 2015 wird es nicht.“

Ein weiteres Problem: „Die Urlauber aus der Feriensiedlung besuchen auch bei kühlerem Wetter gerne das Bad, wollen aber nicht baden.“ Ihnen sei nur schwer vermittelbar, wenn die DLRG, die die Kosten für den Badebetrieb tragen müsse, die Anlage dennoch schließe – zumal die Urlauber keinen Eintritt zahlen. „Da müssen wir für 2017 eine andere Vereinbarung treffen“, so Herbst. Sollte das Wetter schön bleiben, ist das Bad bis 4. September offen.

Das gilt ebenso für das Naturbad in Elbingerode. Der schlechte Sommer hat die Helfer der Badgemeinschaft hart getroffen. „Wir hatten bisher nur vier richtige Sonnentage“, sagte Klaus Kommerau und setzt hinzu: „Wir haben das schönste, klarste Wasser der Welt – und dann ist dieser Sommer so ins Wasser gefallen.“