Blankenburg setzt aufs Fahrrad

Wie und wo die Stadtverwaltung das Wegenetz verbessern möchte und was für den Radweg R1 geplant ist

Von Von Holger Manigk

Blankenburg

Rund um Blankenburg soll das Radwege-Netz wachsen. So plant die Stadtverwaltung, vier Abschnitte des Europaradwegs R1 auf ihrem Gebiet auszubauen. Die Teil-stücke des verlängerten Bastwegs, westlich des Eichbergs, vom Vogelherd nach Cattenstedt und weiter zum Gemeindebüro Wienrode sind insgesamt knapp einen Kilometer lang.

Über den dafür nötigen Grundsatzbeschluss beraten derzeit der Stadtrat und die Ortschaftsräte von Wienrode und Cattenstedt. Kostenpunkt des Projekts: knapp 363?000 Euro. Die Summe kann aber zu 100 Prozent über Fördergeld gedeckt werden.

Wenn der Stadtrat Ende April grünes Licht gibt, könnten voraussichtlich zwischen August und Oktober die Bauleute anrücken, heißt es auf Volksstimme-Anfrage aus dem Bauamt der Blütenstadt: „Die Arbeiten werden bis in das Jahr 2022 dauern.“ Derzeit werde die Ausführungsplanung vorbereitet. Vorgesehen ist für alle Teilstücke eine asphaltierte Fahrbahn von 2,50Metern Breite.

Auf ein damit verbundenes Risiko machte Wienrodes Ortsbürgermeister Ulf Voigt (parteilos) in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates im Dorf aufmerksam: „So könnten andere Fahrzeuge als Fahrräder den Weg nutzen“, warnte er. Auto- oder Motorradfahrer könnten ihn auf der Suche nach Abkürzungen missbrauchen. Die Wienröder stimmten einhellig für den Ausbau, baten aber um Poller als Abgrenzung.

Bei der Verbesserung des R1 soll es nicht bleiben, wie das Radwegekonzept der Stadt zeigt. Geplant seien weitere Ergänzungen des bestehenden Netzes, zum Beispiel durch das Hasental. „Damit soll eine Verbindung von Blankenburg über Cattenstedt nach Timmenrode geschaffen werden“, teilt das Stadtentwicklungsteam mit. Als erster Schritt seien weitere Abstimmungen und die konkrete Planung vorgesehen.

Oberharz im Fokus

Ebenso stehe die Verbesserung der Radwege Richtung Oberharz auf der Agenda. „Es ist bekannt, dass der gut frequentierte Radweg an der Holtemme verbessert werden müsste“, ergänzt die Stadtverwaltung. Dies werde ebenfalls in die Planungen einbezogen. Nur wenige Meter entfernt lässt die Landesstraßenbaubehörde derzeit eine Trasse direkt an der Landesstraße 82 errichten. Um sich all diese Projekte leisten zu können, sei Blankenburg aber auf Fördergeld angewiesen.

Bei der Akquise könnte auch der Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen Sachsen-Anhalt (AGFK) helfen. Darüber entscheidet ebenfalls der Stadtrat. Bislang hat das Netzwerk 52 Mitglieder, darunter mit Ilsenburg, Osterwieck, dem Huy, Halberstadt, Thale, Quedlinburg, Thale und Ballenstedt sieben aus dem Harz.

Von der Mitgliedschaft verspricht sich Blankenburgs Verwaltung unter anderem „eine Lobby für die Vermarktung ihrer Ziele in der Weiterentwicklung des Radtourismus, Zeit- und Geldersparnis“ sowie einen direkten Draht zur Landesregierung.

Perspektivisch soll Blankenburg laut der Vorlage aus dem Fachbereich Planung und Bauen eine Zertifizierung als „Fahrradfreundliche Kommune“ anstreben. Schließlich stelle der Radtourismus einen wachsenden Wirtschaftsfaktor dar.