Tokio 2020

Blankenburger Marcel Hacker mit Olympia-Expertise bei Eurosport

Wohl kein anderer Harzer ist so nah an den Olympischen Spielen in Tokio wie Marcel Hacker. Der Ex-Ruder-Weltmeister feiert Premiere als TV-Experte für Eurosport.

Von Holger Manigk
Grüße aus München nach Blankenburg: Marcel Hacker bezeichnet das Camp der Eurosport-Experten als ?großes Klassentreffen?. Hier posiert er mit Ex-Handballstar Pascal Hens, der bei Olmypia 2004 in Athen Silber gewann und 2007 Weltmeister wurde.
Grüße aus München nach Blankenburg: Marcel Hacker bezeichnet das Camp der Eurosport-Experten als ?großes Klassentreffen?. Hier posiert er mit Ex-Handballstar Pascal Hens, der bei Olmypia 2004 in Athen Silber gewann und 2007 Weltmeister wurde. Selfie: Marcel Hacker

Blankenburg/München - Seine Olympia-Nachtschichten hat Marcel Hacker hinter sich. Für den Privat-Fernsehsender Eurosport hat der Wahl-Blankenburger, selbst Bronze-Medaillengewinner 2000 in Sidney, die Ruder-Wettbewerbe in Tokio begleitet. „Das ist meine Premiere als TV-Experte – und es macht riesigen Spaß“, berichtet der 44-Jährige, der sonst als Fitnesstrainer in der Gesundheitsakademie RM Balance arbeitet.

Großen Kummer, dass er wegen der Corona-Pandemie nicht direkt bei den Spielen in Fernost dabei sein kann, verspüre Hacker nicht. Schließlich gehe es im Hotel und in der Sendezentrale des Sportkanals in München fast zu wie im olympischen Dorf – „wie ein großes Klassentreffen mit anderen Spitzensportlern von einst“, beschreibt der gebürtige Magdeburger die täglichen Begegnungen mit Ikonen wie Radfahrer Jens Voigt, Fechterin Britta Heidemann oder Turner Fabian Hambüchen.

„Das sind alles echte Charakterköpfe, die schon als Athleten eine klare Meinung vertreten haben.“ Zwischen den Sendungen bleibe genug Zeit für die eine oder andere Anekdote oder einen Schwatz.

Fachsimpeln bei „Big in Japan“

Dabei sei der Alltag bei den Dreharbeiten komplett durchgetaktet: „Kommunikation ist das A und O, ständig gibt es neue E-Mail oder Briefings“, berichtet Hacker. Wegen des Zeitunterschieds von sieben Stunden nach Tokio musste er auch seinen Schlafrhythmus an die Olympia-Wettbewerbe anpassen.

Am Dienstag (27. Juli) hieß es beispielsweise Auftritt in der Spätabend-Show „Big in Japan“. Mit Moderator Gerhard Leinauer und Ex-Handballstar Pascal Hens fachsimpelte der ehemalige Ruder-Weltmeister über die Chancen der sieben deutschen Boote in der Bucht von Tokio.

Kurze Schlafpause zwischen Show und Wettkampf

Kurz nach Ende der Sendung um 22.15 ging es zurück ins Hotel, „das ist zum Glück nur einen kurzen Weg von zehn Minuten vom Studio entfernt“, erläutert Hacker. Dann „noch eine Stunde Schlaf vor dem Start der Wettbewerbe“. Denn ab 1 Uhr in der Nacht zum Mittwoch saß er wieder am Mikro, um die ersten Entscheidungen im Wasser zu begleiten.

Dabei trennten Experten Hacker und das Kommentatorenduo Rolf Kalb sowie Arno Boes fast 500 Kilometer. „Die beiden arbeiten quasi aus dem Homeoffice in Gütersloh in Nordrhein-Westfalen, ich aus München“, erläutert der Wahl-Harzer. Diese Regelung habe Eurosport aus Infektionsschutzgründen getroffen. „Die Distanz ist dank moderner Technik aber überhaupt kein Problem“, erläutert der Co-Kommentator. Zumal er beide noch aus seiner aktiven Zeit kennt.

Ab nächste Woche wieder im Fitnessstudio bei RM Balance

Zwar konnte Hacker den Wunsch von „Big-in-Japan“-Moderator Leinauer „Bring uns bitte viele Medaillen“ kaum erfüllen, doch das TV-Erlebnis sei für ehemaligen Weltklasse-Ruderer „eine einmalige Erfahrung“ gewesen. Nach dem Ende der Ruderwettbewerbe am heutigen Freitag reist Hacker zurück nach Blankenburg.

„Ab Montag arbeite ich wieder bei RM Balance“, sagt der Fitnesstrainer. Die Woche ohne ihn hätten die Kollegen wohl ganz gut verkraftet. „Schließlich haben wir eine gute Chefin“ – seine Frau Katina, verabschiedet sich der fünffache Olympia-Teilnehmer.

Abschied von Olympia: 2016 in Rio fuhr Hacker mit dem Rostocker Stephan Krüger (vorn) im Doppelzweier auf Ranf acht. 16 Jahre zuvor hatte der gebürtige Magdeburger und Wahl-Blankenburger in Sidney Bronze gewonnen.
Abschied von Olympia: 2016 in Rio fuhr Hacker mit dem Rostocker Stephan Krüger (vorn) im Doppelzweier auf Ranf acht. 16 Jahre zuvor hatte der gebürtige Magdeburger und Wahl-Blankenburger in Sidney Bronze gewonnen.
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