Minsleben/Wernigerode l Für Minslebens Brandschützer ist startet das neue Jahr vielversprechend. Kurz vor Weihnachten hat die Kreisverwaltung grünes Licht für ihr neues Gerätehaus gegeben. Die Behörde in Halberstadt hat die Baugenehmigung erteilt. Dem Umbau der leerstehenden Werkhalle am Ortseingang zum neuen Feuerwehrdomizil steht damit eigentlich nichts mehr im Wege.

„Eine Sorge weniger“, bringt es Minslebens Wehrchef Frank Siedenberg auf den Punkt. Die Kameraden und er seien froh, dass man nach dem langen Warten nun einen Schritt weiter auf dem Weg zum neuen Gerätehaus sei.

Eigentlich sollte längst mit den Arbeiten für den Umbau der Werkshalle begonnen werden. Der Baustart war für 2019 vorgesehen. Noch vor einem Jahr träumten die Kameraden von einem Umzug im April 2020 – zum 112. Geburtstag der Minslebener Wehr. Doch es zog sich, bis endlich alle Grundstücks- und Eigentumsfragen geklärt waren. Mit der Baugenehmigung ist eine weitere wichtige Hürde genommen.

18 Monate für Planung, Vergabe und Bau

Doch wie geht es nun weiter? „Die weiterführende Planung ist beauftragt“, informiert Wernigerodes Rathaussprecherin Winnie Zagrodnik. Bis Mitte Januar soll es eine Anlaufberatung von allen an der Planung Beteiligten geben. Bei dem Treffen sollen laut Zagrodnik insbesondere die Terminkette für Planung, Ausschreibung und Bau besprochen und festgelegt werden. Die nächsten Schritte seien die Erarbeitung der Ausführungsplanung und der Ausschreibungsunterlagen durch die Planer, informiert die Stadtsprecherin weiter.

Wehrleiter Siedenberg und die anderen Kameraden erwarten jetzt, dass „seitens der Ämter auf die Tube gedrückt wird“. „Wir hoffen, dass die Bauarbeiten möglichst schnell ausgeschrieben und vergeben werden“, sagt Frank Siedenberg. Damit der Baubeginn noch in der wettertechnisch schlechten Jahreszeit liege. „Im Sommer wird bestimmt keine Hochbaufirma im Inneren etwas machen wollen.“

Eine Weile müssen sich die Minslebener aber wohl noch gedulden. „Ein Projekt in dieser Größenordnung benötigt ab der Erteilung der Baugenehmigung in der Regel etwa 18 Monate für Planung, Ausschreibung, Vergabe und Bau“, heißt es von Winnie Zagrodnik, die gleich wieder einschränkt. Die spezifische Terminplanung sei von vielen Faktoren abhängig. „Insofern können wir momentan keine gesicherten Angaben machen.“

Dass Minslebens Brandschützer schon seit langem für ein neues Gerätehaus kämpfen, ist mehr als verständlich. Das alte Domizil am Krugberg ist viel zu winzig für aktuell 23 Einsatzkräfte, die elf Kinder der Jugendfeuerwehr, die zwei Einsatzfahrzeuge und die weitere Technik.

Geld war 2019 im Stadthaushalt reserviert

Es fehlt an Umkleidemöglichkeiten und einem Schulungsraum. Männer, Frauen und die Mitglieder der Jugendfeuerwehr teilen sich eine Toilette und ein kleines Handwaschbecken. Dazu kommen die Sicherheitsmängel, die die Feuerwehr-Unfallkasse seit Jahren anmahnt. Besonders krass: Nach kräftezerrenden Löscheinsätzen können sich die Wehrleute nicht einmal waschen – im Gerätehaus sind keine Duschen vorhanden.

Nachdem Überlegungen, ein Wehrgebäude zwischen Minsleben und Reddeber zu bauen, verworfen wurden, verkündete die Verwaltung Anfang 2018, dass man eine alte Werkshalle erwerben und modernisieren wolle. Ein Plan, mit dem die Minslebener selbst schon lange geliebäugelt hatten. Es folgten erste Planungen, der Kaufvertrag wurde unter Dach und Fach gebracht. 2019 wurde dann eine Millionen Euro im Stadthaushalt für den Umbau reserviert.

Für Irritationen und Ärger sorgte kurz darauf der Plan der Stadt, einen großen Teil des Geldes für Schierke abzuzweigen. Beim Bau des Kombinationsgebäudes für Feuerwehr, Bauhof und Bergwacht waren die Kosten in die Höhe geschnellt. Im Wernigeröder Rathaus sah man keine andere Möglichkeit, als auf das Geld für Minsleben zurückzugreifen. Es werde in 2019 eh nicht verbaut, hieß es damals. Inzwischen haben sich die Wogen wieder geglättet. Die Verwaltung hatte versichert, die in 2020 die gleiche Summe für den Bau des Minslebener Gerätehauses bereit stellen zu wollen. Auch die Stadträte hatten sich dafür stark gemacht. Der entsprechende Haushaltsbeschluss steht allerdings noch aus. Dieser soll Ende Februar gefasst werden.