Mandelholz l „Bis auf das W-LAN war alles top.“ „Sehr schlechte Internetverbindung.“ „WLAN-Empfang vorhanden, allerdings nicht funktionstüchtig. Laut der Chefin wird daran aber bereits gearbeitet.“ Das sind die Kritikpunkte, die viele Gäste des Hotels „Grüne Tanne“ in Mandelholz auf der Online-Buchungsplattform Booking.com äußern. „Wir können nichts dafür – die Leitung zum Hotel ist zu alt, gibt nicht mehr Leistung her“, beteuert Rudolf Scheffler vom Hotel. Das Kupferkabel, das zum Betrieb mitten zwischen Elend und Königshütte führt, sei bei Bauarbeiten an der Bundesstraße 27 mehrfach durchtrennt und wieder geflickt worden. „Das drosselt die Übertragungsgeschwindigkeit zusätzlich“, erläutert Scheffler.

Mehr als zehn Megabit pro Sekunde (MBit/s) seien nicht drin – ein großer Nachteil für die Einrichtung am Harzer Hexenstieg. Tests für eine Lösung über mobiles Internet seien ebenfalls ergebnislos geblieben. „Wir liegen ganz einfach ungünstig im Funkschatten.“ Deshalb hatten die Betreiber große Hoffnungen mit dem Breitband-Ausbau im Oberharz verbunden. Der Landkreis Harz hatte die Deutsche Telekom damit beauftragt.

Aber Besserung ist für die „Grüne Tanne“ nicht in Sicht: Von den versprochenen 50 MBit/s, die bis Anfang 2020 viele Oberharz-Ortsteile erhalten, kommt in Mandelholz nichts an. „Was und wo gebaut wird, ist Ergebnis einer Ausschreibung des Landkreises“, antwortet Telekom-Sprecher Georg von Wagner auf Volksstimme-Anfrage. Schlimmer noch: Dem Hotel drohte sogar zum morgigen Sonntag die Abschaltung des Telefons, so Scheffler. „Das wäre existenzbedrohend für uns.“ Für leichte Entwarnung sorgte in Mandelholz Mitte dieser Woche Nachricht aus der Telekom-Zentrale in Bonn: Die Kündigung des ISDN-Vertrages ist bis Ende Oktober aufgeschoben.

ISDN-Technik wird abgeschaltet

Die Abschaltung dieser Übertragungstechnik ist aus Sicht des Telekommunikationsriesen „notwendig, da es zur ISDN-Technik keine Ersatzteile mehr gibt und diese Technik in unserem Netz abgeschaltet wird, weil sie veraltet ist und nicht dem heutigen Stand der Technik entspricht“. Vertragskunden seien fünfmal schriftlich darüber informiert worden, so von Wagner – „mit Hinweis auf unsere Serviceannahme und mögliche Ersatzprodukte“. Reagierten Kunden nicht oder werde kein Ersatz gefunden, bliebe dem Netzbetreiber kein anderer Weg, als die Kündigung auszusprechen.

Damit ist Scheffler nicht zufrieden: „Wir würden gern mit der Telekom nach einer Lösung suchen, sehen aber null Kompromissbereitschaft oder Chance zum Austausch auf Augenhöhe“, heißt es aus der Grünen Tanne. Das Telekommunikationsunternehmen würde seinen Kunden ebenfalls gern behalten. „Dafür müsste er sich aber an uns wenden und ein entsprechendes Produkt buchen“, so Sprecher von Wagner.