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KommunalpolitikBürgermeister in Ilsenburgs Ortsteil Drübeck kündigt Abschied an

Warum Drübecks Ortsbürgermeister Berthold Abel zur Kommunalwahl im Juni kein Mandat mehr anstrebt und wie er dann sein Rentnerleben genießen möchte.

Von Jörg Niemann 30.01.2024, 14:45
Drübecks Ortsbürgermeister Berthold Abel wird am 9. Juni nicht wieder für ein Wahlmandat kandidieren.
Drübecks Ortsbürgermeister Berthold Abel wird am 9. Juni nicht wieder für ein Wahlmandat kandidieren. Foto: Jörg Niemann

Drübeck. - In Drübeck, dem kleinsten Ortsteil der Stadt Ilsenburg, geht zur Jahresmitte die politische Karriere von Ortsbürgermeister Berthold Abel zu Ende. „Ich werde in diesem Jahr noch 70 Jahre alt und da ist es Zeit, Platz für Jüngere zu machen“, sagt Berthold Abel, der seit 1980 in Drübeck beheimatet ist. Den gebürtigen Stapelburger hatte die Liebe ein paar Kilometer ostwärts gezogen, denn seine damalige Freundin und spätere Ehefrau wollte das gemeinsame Leben nicht im Sperrgebiet verbringen.

So zog der heutige Ortsbürgermeister nach Drübeck und engagierte sich nach der Wende auch kommunalpolitisch. 1994 ließ er sich erstmals als parteiloser Kandidat für den Gemeinderat aufstellen, schaffte den Einzug in den Rat aber nicht auf Anhieb.

Start als Nachrücker

„Nachdem im Jahr 1996 ein Brandanschlag auf das Haus des damaligen Bürgermeisters Günther Wenke verübt worden ist, verließen einige Ratsmitglieder den Gemeinderat. Für einen war ich der Nachrücker“, sagt Berthold Abel, der bei späteren Wahlen nicht mehr mit der Warteliste vorlieb nehmen musste. Später wurde er stellvertretender Bürgermeister von Günter Abel – mit dem er nicht verwandt war. In den letzten Jahren arbeitete er als Ortsbürgermeister und hatte auch einen Sitz im Ilsenburger Stadtrat.

„28 Jahre sind es nun in der Kommunalpolitik geworden. Da ist es Zeit zu gehen“, sagt Berthold Abel und könnte sich ganz persönlich mit seinem aktuellen Stellvertreter Marc Hotopp auch einen guten Nachfolger vorstellen. Abel weiß aber auch, dass dies nur sein Wunsch ist und letztlich die Wähler am 9. Juni über den neuen Ortschaftsrat entscheiden müssen, aus dessen Reihen dann der neue Ortsbürgermeister oder die neue Ortsbürgermeisterin bestimmt wird.

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Rückblickend auf seine Zeit in der Kommunalpolitik zieht Abel ein überwiegend positives Fazit. Ein neuer Kindergarten gehört dazu. Negativ war hingegen der Verlust der örtlichen Schule, die in den 1990-er Jahren weggefallen ist. Durchweg positiv bewertet Abel die vielen Zuzüge in den Ort, die vor allem durch die neuen Wohngebiete am Osterbrink, am Streithölzer Weg und zuletzt auf dem alten Holzplatz entstanden sind. „Insgesamt kann ich zufrieden mit der Entwicklung von Drübeck sein“, sagt der scheidende Bürgermeister, auch wenn es keine eigene Einkaufsmöglichkeit oder einen Jugendclub in unserem Ort mehr gibt.“

Zeit für Familie und Hobby

Nach der Übergabe der Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger will er gern beratend zur Seite stehen und seine Erfahrungen bei Bedarf weitergeben. Hauptsächlich wird er sich dann aber seiner Familie und seinen Hobbys widmen. So ist Berthold Abel im Drübecker Männerchor aktiv und gehört auch zu den treibenden Kräften im Heimatverein „Wei Drübschen“. In Letzterem haben es ihm besonders die Arbeit in der Wandergruppe und im Team der Chronisten angetan. „Bei beiden gibt es immer was zu tun, egal ob es neue Routen zu finden gilt oder geschichtlichen Ereignissen nachgeforscht werden muss. An spannenden Dingen wird es mir also auch in den kommenden Jahren nicht fehlen.“