Wernigerode l Es ist einer der schönsten Wettbewerbe, den der Verein Interkultur anbietet und der längst im Harz angekommen ist. „Und wieder trifft sich Anfang Juli zum Internationalen Johannes-Brahms-Chorfestival die ganze Welt in Wernigerode“, sagt Ralf Eisenbeiß. Der künstlerische Leiter des anspruchsvollen Wettstreits freut sich „sehr auf die Jubiläumsauflage“.

Im 30. Jahr von Interkultur seien etwa 200 Wettbewerbe in vielen Ländern ausgerichtet worden. Doch was in Wernigerode seit der ersten Auflage geschaffen wurde, „sucht seinesgleichen“, betont Professor Eisenbeiß und erinnert sich an das erste Gespräch vor mehr als 20 Jahren. Damals seien sich Oberbürgermeister Ludwig Hoffmann (SPD), die Kulturamtschefin Rita Ahrens und Friedrich Krell als Leiter des Rundfunk-Jugendchores am Landesgymnasium für Musik, einig gewesen, „ein Chorfestival in Wernigerode zu versuchen“. Nun, mit Blick auf das bevorstehende zehnte Festival stehe für Eisenbeiß fest: „Es ist weit mehr als ein gelungener Versuch geworden.“

Die Teilnehmer seien immer wieder begeistert von der tollen Atmosphäre, den Erlebnissen und Eindrücken. „Sie sind mit einem schönen Bild von Deutschland in ihre Heimat zurückgekehrt“, betont Eisenbeiß. Das legen auch die Zahlen nahe. Wernigerode ist seit 1999 alle zwei Jahre Gastgeber des Brahms-Chorfestivals gewesen. 327 Chöre aus 51 Nationen haben an den bisherigen neun Auflagen teilgenommen, einige mehrmals. Das seien insgesamt rund 12 000 Teilnehmer gewesen, die für etwa 50 000 Übernachtungen sorgten. 66 Juroren aus 22 Nationen waren schon dabei, sagt Eisenbeiß und stellt fest: „So lang, so gut, an diesen beachtlichen Zahlen können wir uns noch zum Jubiläumsfestival erfreuen.“

28 Chöre aus 14 Nationen

Für den zehnten Wettbewerb, der vom 5. bis zum 9. Juli stattfindet, haben sich bisher 28 Chöre aus 14 Nationen angemeldet, rund 1000 Sänger und Sängerinnen aus China, Belgien, Deutschland, Dänemark, Hongkong, Mexiko, Nigeria, Norwegen, Polen, Serbien, Südafrika, Türkei, USA und Vietnam. Besonders freut sich Eisenbeiß, dass Peter Habermann nicht nur erneut als Jurymitglied teilnimmt, sondern auch als Leiter mit dem Rundfunk-Jugendchor Wernigerode. „Ja, ich habe die Mädchen und Jungen überzeugen können, ihre Sommerferien für das Jubiläumsfestival zu unterbrechen“, sagt Habermann. So wird der renommierte Jugendchor im Dom zu Halberstadt am Benefizkonzert mitwirken. „Auf die Bereitschaft unserer Schüler bin ich echt stolz“, sagt der Chorleiter.

Weitere Höhepunkte sind neben zahlreichen Begegnungskonzerten das Folklorefest auf dem Marktplatz, die Chorparade und das Abschlusskonzert am Sonntag mit den Preisträgern. Erstmals wird das Festival bereits am Mittwochabend eröffnet und es wird ein Festkonzert geben. „An den Details arbeiten wir gerade“, so Eisenbeiß, der für ein Pressegespräch zur Vertragsunterzeichnung mit den Kooperationspartnern nach Wernigerode gekommen war.

Neben der Stadtverwaltung gehören die Stadtwerke zu den langjährigen Partnern. Im Jubiläumsjahr „geben wir mehr“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Steffen Meinecke. Eine Summe nannte er jedoch nicht, betonte vielmehr: „Wir tun es gern, damit die Tradition dieser hochkarätigen Veranstaltung erhalten bleibt.“

Chorbetreuer gesucht

Auf das Zusammentreffen von singenden Menschen und verschiedenen Kulturen freue sich auch Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos). Die bunte Stadt am Harz wird noch bunter, wieder wird sich die Freude auf ganz Wernigerode und den Harz übertragen. Für das Gelingen des Jubiläums werde im Kulturamt alles getan. „Wir suchen noch dringend Chorbetreuer sowie Kinder und Jugendliche, die bei der Chorparade mitwirken möchten“, sagt Gaffert. Er hoffe wie in der Vergangenheit, dass sich genügend Bewerber finden.

Interessenten können sich melden bei Melanie Kröger im Kulturamt unter Telefon (0 39 43) 65 44 18 oder per E-Mail: kulturamt@wernigerode.de.