Blankenburg l Not macht erfinderisch, heißt es so schön. Und das beweisen in diesen Tagen auch Wolfgang Beck und Frank Schade. Die beiden Blankenburger haben sich Gedanken gemacht, wie sie sich und andere Menschen vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus schützen könnten - und das ohne auf die aktuell schwer zu beschaffenden Mund-Nasen-Masken angewiesen zu sein. Ihr Ziel war es, statt einer textilen Schutzbarriere eine andere Möglichkeit zu finden. „Wir haben dabei verschiedene Sachen ausprobiert“, erzählen die beiden Tüftler, die schon vor Jahrzehnten als Kollegen im Forschungs- und Entwicklungswerk (FEW) der Deutschen Reichsbahn in Blankenburg zusammengearbeitet hatten. Dabei kamen sie letztlich auf zwei Dinge, die relativ leicht zu beschaffen und zu verarbeiten waren: herkömmliche Baseball-Caps und die bei Frauen beliebten Tennis-Caps sowie transparente Folie. Der durchsichtige Kunststoff wurde in Form geschnitten und mit handelsüblichen Druckknöpfen an den Kappen befestigt. Damit das Visier nicht über den Schirm rutscht, dafür sorgt ein kleiner Stopper.

„Die ersten Muster sind bereits an Händler und Gewerbetreibende ausgeliefert worden, um zu schauen, ob sie sich in der Praxis bewähren“, so Wolfgang Beck, der aber optimistisch ist, dass sich das Corona-Cap made in Blankenburg durchsetzen wird. „Es hat schon erste positive Rückmeldungen gegeben“, so Frank Schade. Die Vorteile liegen auf der Hand: „Es ist ein Vollgesichtsschutz, der nicht nur Mund und Nase bedeckt, sondern erweitert auch auf die Augen. Denn auch die Augenschleimhäute sind empfänglich“, so der Entwickler. Zudem bietet das Antivirus-Cap einen Rund-um-Blick und ist jederzeit wiederverwendbar. Ein absoluter Vorteil gegenüber den handelsüblichen Masken: „In vielen Bereichen ist der Verbrauch an den Einmal-Mundschutz-Masken recht hoch. Hier bieten wir eine gute Alternative“, ergänzt Frank Schade.

Das Schutzschild selbst wird mit konzentrierter Seifenlösung gereinigt, dadurch werde den Viren ihre Existenzgrundlage entzogen. „Verstärkt werden kann die antivirale Wirkung durch den Einsatz von Silberionen auf der Kunststoff-Oberfläche. Dies kann erfolgen durch Aufsprühen mit kolloidalem Silber und Silberdeodorant oder mit dem Verwenden von Silbertüchern, wie sie im Handel erhältlich sind“, so die beiden Entwickler, die ihre Prototypen auch Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU) vorstellten. Der zeigte sich angetan von dieser Idee: „Ich finde es richtig gut, wenn sich in dieser schwierigen Zeit Menschen Gedanken machen, wie wir die geltenden Regelungen vielleicht auf andere Weise aber genauso wirkungsvoll umsetzen können“, sagte er.

Vertrieben werden die Corona-Caps ab sofort über das Blankenburger Werbestudio von Frank Schades Sohn Gunnar.

weitere Infos und Kontakt per E-Mail unter coronacap@stickelfe.de