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Unwetterwarnung

Diese Harzer Sehenswürdigkeiten schließen wegen Orkan

Erneut wüten Sturmtiefs im Harz, Wetterexperten warnen vor extremen Orkanböen. Das wirkt sich auch auf Aktivitäten in den Winterferien aus: Sehenswürdigkeiten werden aufgrund des Unwetters geschlossen.

Von Sandra Reulecke 16.02.2022, 18:05
Meterhohe Schneeverwehungen türmen sich auf dem Brocken. Die ersten Ausläufer von Sturmtief Ylenia erreichen den Harz.
Meterhohe Schneeverwehungen türmen sich auf dem Brocken. Die ersten Ausläufer von Sturmtief Ylenia erreichen den Harz. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dp

Wernigerode/ Halberstadt - Mitten in den Winterferien trifft ein schweres Unwetter den Landkreis Harz. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert Orkanböen mit bis zu 180 Stundenkilometern für den Brocken. Punktuell, warnen die Experten, könne das Orkantief Ausmaße wie „Kyrill“ erreichen, das vor rund 15 Jahren eine Schneise der Verwüstung in der Region hinterlassen hatte. Um Ausflügler und Mitarbeiter zu schützen, reagieren die Verantwortlichen von Harzer Sehenswürdigkeiten deshalb mit vorsorglichen Schließungen.

So ist das Schloss Wernigerode am Donnerstag (17. Februar) für Besucher tabu. „Wir bitten interessierte Gäste sich auch auf der Web- und Facebookseite des Schlosses zu informieren, was die weiteren Öffnungszeiten der kommenden Tage betrifft. Je nach Wetterlage kann es zu weiteren Schließungen kommen“, informiert Katrin Dziekan, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der beliebten Sehenswürdigkeit.

Der Tiergarten Halberstadt schloss bereits am Mittwochmttag (16. Februar) für die Öffentlichkeit. „Sicherheit geht vor“, sagt die Leiterin Marina Breitschuh. Deshalb werde auch dafür gesorgt, dass die tierischen Bewohner der Anlage in geschlossenen Behausungen bleiben. „Die Tierpfleger kümmern sich natürlich trotzdem um sie“, versichert sie. „Aber sie machen nur das Nötigste und sind sicherheitshalber immer zu zweit auf der Anlage unterwegs.“ Diese befindet sich in den Spiegelsbergen am Rand Halberstadts, umgeben von Wald. „Aufgrund von Umwelteinflüssen ist der Baumbestand aber nicht mehr so robust wie noch vor Jahren“, gibt Breitschuh zu bedenken. Ob am Freitag wieder geöffnet werde, müsse je nach Wetter- und Schadenslage entschieden werden.

Warnung vor Betreten der Harzer Wälder, Schierkes Arena vorerst offen

Im Gegensatz zum Halberstädter Tiergarten ist der Tierpark im Christianental in Wernigerode kein abgeschlossenes Areal, Wanderer und Passanten können die Wege zu jeder Tages- und Nachtzeit nutzen. Allerdings ruft die Stadt zur Vorsicht auf. „Es wurden Warnungen herausgegeben, Wälder zu betreten. Das gilt natürlich auch für das Christianental“, so eine Sprecherin.

Dagegen werde versucht, die Arena in Schierke so lange wie möglich offen zu lassen. „Die Kollegen vor Ort entscheiden operativ, je nachdem, wie sich die Lage entwickelt“, teilt die Sprecherin mit.

Harzer Schmalspurbahn stellt Brockenverkehr ein

Alarmbereitschaft herrscht auch bei den Harzer Schmalspurbahnen (HSB). „Zum Schutz der Fahrgäste und unserer Mitarbeiter stellen wir den Fahrbetrieb am Donnerstag komplett ein“, informiert HSB-Sprecher Dirk Bahnsen. Es gebe nur eine Ausnahme: Die Strecke zwischen Nordhausen und Ilfeld werde planmäßig weiter befahren.

Brockenfahrten fanden dagegen bereits am Mittwoch nicht mehr statt. Wann diese und die anderen Touren wieder aufgenommen werden, lasse sich noch nicht sagen. „Wir wollen die Strecken am Freitagmorgen abfahren, um zu prüfen, wo Schäden vorliegen. Dann entscheiden wir“, kündigt Bahnsen an.

Starke Windböen, Schneeverwehungen und umgeknickte Bäume seien für die HSB-Mitarbeiter Routine. „Ungewöhnlich ist aber die Häufung von Stürmen wie in den vergangenen Monaten.“

Winterdienst auf dem Brocken vorerst eingestellt

Davon, den höchsten Berg im Norden zu Fuß zu erklimmen, rät die Nationalpark-Verwaltung Harz eindringlich ab. Es bestehe insbesondere am Donnerstag (17. Februar) in Waldgebieten akute Gefahr aufgrund von abbrechenden Ästen und umstürzenden Bäumen. Diese ist auch in den Tagen nach dem Sturm nicht sofort gebannt, weil windgeschädigte Bäume auch dann noch unerwartet fallen können.

In den Hochlagen mit Schneelage ist zudem wegen des angesagten Regens verstärkt mit vereisten Wegen zu rechnen. Für die Mitarbeiter des Brockenhauses sei es bereits an den vergangenen Tagen unmöglich gewesen, ihren Arbeitsplatz zu erreichen, berichtet der Geschäftsführer Christoph Lampert via Facebook. Gestern hat auch die Kreisverwaltung aufgrund des Sturmtiefs den Winterdienst auf dem Brocken eingestellt. Bis einschließlich Donnerstag (17. Februar) werde nicht beräumt, so der Leiter des Kreisstraßenbauhofes.

Eine Besserung der Wetterlage ist nicht in Sicht: In der Nacht zum Samstag sollen laut DWD erneut stellenweise Orkanböen mit bis zu 120 Kilometer pro Stunde auftreten.