Wernigerode l Eine Leiche, ein Mörder und ein paar pfiffige Polizisten, die den Übeltäter zur Strecke bringen wollen – das sind die Zutaten für einen guten Krimi. Apropos Krimi: In den kommenden Wochen müssen sich die Wernigeröder auf mehr Polizeisirenen als gewöhnlich einstellen. Das Team von „Polizeiruf 110 Magdeburg“ mit TV-Kommissarin Claudia Michelsen dreht in Wernigerode und Schierke. Vier Wochen lang wird Wernigerode zum Krimi-Mekka. Die Dreharbeiten starten Mitte April.

„Die Anfrage erreichte uns Ende 2019“, sagt Rathaussprecher Tobias Kascha auf Volksstimme-Nachfrage. „Es hieß, der Film habe irgendetwas mit Hexen zu tun. Da lagen der Harz, Schierke und Wernigerode natürlich nahe.“ Die Zusammenarbeit mit den Kollegen vom Film sei bislang „sehr gut“ gewesen. „Wir haben viel Dankbarkeit verspürt. Und einen Polizeiruf in Wernigerode bekommt man nicht alle Tage.“

Suche nach Drehorten

Vorab habe es etliche Gespräche zwischen den Produktionsteams, Locationscouts und der Stadtverwaltung gegeben, verrät Kascha. „Wir haben Tipps zu Behörden und Genehmigungen gegeben.“ Bei der Suche nach Drehorten seien die Mitarbeiter der Wernigeröder Tourismus GmbH mit eingebunden gewesen. Gefragt waren laut Kascha Hinterhöfe, Antiquitätengeschäfte und stimmungsvolle Stellen im Wald.

Mit wievielen Leuten die Filmcrew im April anrückt, sei noch nicht ganz klar, sagt der Rathaussprecher. „Wir haben ihnen einige Übernachtungsmöglichkeiten vorgeschlagen.“ Zudem vermiete die Stadt dem Drehteam das Wohnheim am Kohlgarten als Produktionshauptquartier. „Dafür waren die Filmkollegen sehr dankbar. Und wir haben, wenn auch nur für einen kleinen Zeitraum, eine Nutzung des Gebäudes.“ In dem Plattenbau waren bis 2019 Flüchtlinge untergebracht.

Straßensperrungen

Details zur Handlung kennt Tobias Kascha noch nicht. „Natürlich wird es etwas mit Hexen und sicher auch Mord zu tun haben“, sagt der Verwaltungssprecher. „Ein wenig Überraschung soll und muss ja bei einem Krimi dabei sein.“

Geheimnisvoll geben sich auch die TV-Macher selbst. Die Produktionsfirma Filmpool Fiction und der MDR als Auftraggeber hüllen sich noch in Schweigen. Auf Volksstimme-Anfrage heißt es lediglich: „Wie bei Produktionen dieser Art üblich, wird es für die Medien eine Drehstartmeldung mit allen Informationen zum Film geben. Zur Zeit liegen uns noch keine Informationen vor. In der Regel haben wir diese kurz vor Drehbeginn.“ Die Polizeiruf-Fans in Wernigerode müssen sich also noch gedulden, was weitergehende Informationen betrifft.

Sicher dagegen ist bereits, dass es während der Dreharbeiten zu kleineren Einschränkungen wie Straßensperrungen kommen wird. Tobias Kascha: „Da bitten wir bereits jetzt um Verständnis. Wir werden zu gegebener Zeit informieren.“