Elektromobilität im Harz

Im Landkreis Harz sind momentan 117 reine Elektrofahrzeuge zugelassen. Zudem gibt es 516 zugelassene Hybrid-Benzin/Elektro- und 70 Hybrid-Diesel/Elektro-Fahrzeuge (Stand: 1. Juli 2019).

Zum Vergleich: Im Vorjahr waren 88 Elektrofahrzeuge, 398 Hybrid (Benzin/Elektro-) und 16 Hybrid (Diesel/Elektro-)Fahrzeuge zugelassen.

Wernigerode l Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) hat die offizielle Inbetriebnahme der Ladesäule am Anger als „großen Schritt nach vorne, was die moderne Mobilität in Wernigerode angeht“, gelobt. Dank der Stadtwerke tue sich in diesem Bereich einiges, wenngleich bei der Zahl der E-Autos noch Luft nach oben sei. „Ich denke dennoch, dass E-Mobilität die Zukunft ist“, sagt Gaffert, der als Stadtoberhaupt selbst auf diese Antriebsart setzt und mit E-Kennzeichen unterwegs ist.

Das Besondere an der neuen Ladestation am Parkplatz Anger: Die Säule ist von zwei Seiten nutzbar. Auf der einen Seite lädt die Wernigeröder Schlossbahn ihre neue, elektrisch betriebene Bahn, den „Roten Albert“ auf. Gegenüber kann die Station auch öffentlich genutzt werden, um E-Autos umweltschonend mit Wasserkraft-Naturstrom aus regenerativen Erzeugungsanlagen zu betanken.

Neue Ladestation kostet 10.000 Euro

Seit Inbetriebnahme der ersten Ladestation im Jahr 2011 sei der Stromabsatz an den Säulen in Wernigerode von 1000 auf rund 15.000 Kilowattstunden pro Jahr gestiegen, so Steffen Meinecke, Geschäftsführer der Stadtwerke. Als die Anfrage der Schlossbahn für die Station am Anger kam, habe man nicht lange gezögert und in die Ladesäule investiert. Rund 10.000 Euro koste die Errichtung einer Ladestation. „Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Elektromobilität in Wernigerode ist noch nicht in dem Maße gegeben, wie wir es uns wünschen, aber wir sammeln Erfahrungen“, erklärt Meinecke.

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Er hoffe, dass sich die Investition in Zukunft noch mehr lohnen wird und sich mehr Autobesitzer für einen Wechsel zur Elektro-Variante entscheiden. Anwohner, die die Stationen regelmäßig nutzen, zahlen eine Jahrespauschale in Höhe von 72 Euro und erhalten einen Tank-Chip und damit eine Art Flatrate, mit der sie ihre E-Mobile für umgerechnet sechs Euro im Monat in der Stadt so oft und so viel aufladen können, wie sie wollen. E-Autobesitzer auf der Durchreise können sich telefonisch eine Ladesäule freischalten lassen.

Schlossbahn setzt auf Elektromobilität

Neben diversen Elektroautos und den Elektro-Bikes und -Rollern gibt es mit der Schlossbahn nun vier Verkehrsmittel in Wernigerode, die mit Strom angetrieben werden. Der „Rote Albert“, der täglich acht Mal vom Anger zum Schloss und zurück fährt, kann mit einer vollen „Tankladung“ bis zu zwei Tage unterwegs sein.

„Die Akkus der Bahn mit 110 kWh brauchen vier Stunden, bis sie im leeren Zustand komplett aufgeladen sind“, verrät Michaela Zielke von der Wernigeröder Schlossbahn. Zum Vergleich: Ein Renault braucht dafür mit einem 22-kWh-Akku ein bis zwei Stunden.

Umstellung zur E-Mobilität

„Der Einsatz der elektrisch betriebenen Schlossbahn ist der erste Schritt zur Umstellung unserer Bahnen hin zur E-Mobilität“, so Zielke. In den nächsten Jahren plane man, die Dieselbahnen gegen E-Fahrzeuge auszuwechseln, allerdings sei das auch eine Kostensache. „Wie schnell unser Plan umgesetzt werden kann, hängt auch von der Entwicklung der Fördertöpfe ab und wie das Thema E-Mobilität in Zukunft behandelt wird“, kündigt Zielke an. Die neue Bahn komme bei den Gästen gut an. Sie sei so beliebt, dass einige bis zu einer Stunde warten, weil sie die neue Elektro-Attraktion testen wollen.

Wer ebenfalls mitfahren möchte, kann dafür Freikarten gewinnen. Die Stadtwerke und die Volksstimme verlosen 5x2 Freitickets: Die ersten fünf Teilnehmer, die eine Mail an info@stadtwerke-wernigerode.de schicken, können schon bald zur umweltfreundlichen Testfahrt durch Wernigerode starten.