Spende

Ein langer Zopf für einen guten Zweck

Die 13-jährige Vivian Kopytziok ließ sich zugunsten des Vereins für krebskranke Kinder in Wernigerode die Haare abschneiden.

Von Katrin Schröder

Wernigerode l Vivian Kopytziok betrachtet sich zufrieden im Spiegel. „Ich bin gespannt, was meine Freundinnen sagen“, sagt die 13-Jährige. Denn zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie sich die Haare kurz schneiden lassen – für einen guten Zweck. Im Wernigeröder Friseursalon „Haargenau“ hat das Mädchen seinen Zopf gespendet. Das Haar wird zu einer Echthaarperücke verarbeitet, den Erlös erhält der Verein krebskranker Kinder Harz.

Für Vivian ist damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. „Ich wollte mir schon seit längerem die Haare abschneiden lassen“, sagt die gebürtige Wernigeröderin, die vor drei Jahren mit ihrer Familie nach Barsinghausen bei Hannover gezogen ist. Doch da hatten ihre beiden Mütter Sandra und Annika sowie die Großeltern ein Wort mitzureden. „Der ganze Familienrat hat getagt“, berichtet die 13-Jährige.

Der Beschluss lautete: Wenn die Mähne fällt, dann für einen guten Zweck. „Im Internet habe ich gesehen, dass zuvor bereits eine Jugendliche ihre Haare gespendet hat“, berichtet Sandra Kopytziok. Ein halbes Jahr lang durften die Haare dann noch wachsen, damit der Zopf die erforderliche Mindestlänge von 25 Zentimetern hat.

Dafür musste Vivians Haar auf Ohrlänge gekürzt werden. Nach zehn Minuten hielt Sybille Kallnischkies, Chefin des Wernigeröder Salons „Haargenau“, einen dicken, braunen Zopf in der Hand. „Sie hat sehr kräftiges Haar“, sagt die Friseurmeisterin. Den Feinschnitt übernahm ihre Angestellte Ramona Büttner.

Der Verein für krebskranke Kinder Harz freut sich über Haarspenden. „Wir als Verein arbeiten mit einer Firma zusammen, die die Haare ausschließlich für Echthaar-Perücken für Krebspatienten verarbeitet“, berichtet Vereins-chef Avery Kolle. Gerade für junge Frauen, die während der Chemo- und Strahlentherapie ihr Haar verlieren, sei es eine große Erleichterung, bis zum Neuwachsen der eigenen Haare übergangsweise keine Glatze tragen müssen. Und obwohl es synthetisch hergestellten Haarersatz gebe, seien Perücken aus Echthaar „etwas Besonderes“, so Kolle.

Wer spenden möchte, kann sein Haar übrigens auch zu Hause abschneiden. „Die Haare müssen vorher gewaschen und gekämmt sein. Dann zum Zopf nehmen und einmal ab“, rät Sybille Kallnischkies.

Kontakt zum Verein: Telefon (03943) 23 85 72, E-Mail: info@verein-fuer-krebskranke-kinder-harz.de