Erfurt (epd) l Die beiden Länder Thüringen und Sachsen-Anhalt haben den Betrieb der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) für das kommende Jahrzehnt gesichert. Eine neue Rahmenvereinbarung mit der HSB trete zum 1. Januar 2021 in Kraft, teilte das Thüringer Verkehrsministerium am Montag in Erfurt mit. Sie soll auf dem Gebiet des Freistaates zehn und in Sachsen-Anhalt vierzehn Jahre lang gelten.

HSB-Geschäftsführer Matthias Wagener dankte beiden Ländern für ihre bereits seit langem anhaltende Unterstützung. Ihr Bekenntnis zur HSB sei das Fundament für das Unternehmen und seine Fahrgäste. Von einem Stück lebendiger Geschichte und einem Publikumsmagneten weit über die Grenzen der Region hinaus sprach Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU). Mit der Vereinbarung werde neben einer touristischen Attraktion auch der Nahverkehr im Harz gestärkt. Sein Thüringer Kollege Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) lobte insbesondere das sogenannte Nordhäuser Modell, das seit mehr als 15 Jahren eine direkte Verbindung mit dem Straßenbahnnetz der Stadt erlaube. Das mache die Schmalspurbahnen auch für Pendler attraktiv und stärke die Mobilität in der Region, fügte er hinzu.

Die HSB, deren Ursprünge über 133 Jahre zurückreichen, beförderte nach eigenen Angaben 2019 vor allem mit Hilfe historischer Dampflokomotiven etwa 1,2 Millionen Fahrgäste. Die 140 Kilometer Gleise zwischen Nordhausen und Wernigerode gelten als das größte zusammenhängende Streckennetz unter Dampf in Europa. Neben Harzquer und Selketalbahn erfreut sich besonders die 18,9 Kilometer lange Brockenbahn auf den höchsten Gipfel des Harzes besonderer Beliebtheit.