Stapelburg l Eigentlich geht es in der Kleingartensparte hinter dem Kleinen Burgberg in Stapelburg ganz beschaulich zu. Einmal im Jahr allerdings wird ein Kürbisfest gefeiert - und dann ist rund um die Spartengaststätte „Zum Kuckuck“ richtig viel los.

Seit einigen Jahren liefern sich einige Kleingärtner des Ortes ein Wettrennen um den größten Kürbis im Ort. Und dies tun sie absolut fair, tauschen Samenkerne aus, geben sich Tipps beim Düngen der Kürbispflanzen und freuen sich mit dem anderen. Selbst dann wenn sie dem anderen den Sieg überlassen müssen.

Wetteifern um den Sieg

Seriensieger war zumeist der Stapelburger Ingolf Teich, im Ort besser unter seinem Spitznamen „Schnieps“ bekannt. Er wurde im vergangenen Jahr allerdings von Bodo Schäpersmann getoppt, der im Vorjahr trotz der Dürre einen neuen Rekordkürbis mit einem Gewicht von 266 Kilogramm präsentierte. In diesem Jahr nun holte sich Ingolf Teich den Titel und den Spartenrekord eindrucksvoll zurück. 360 Kilogramm brachte sein Kürbis auf die Waage - oder besser auf die Ersatzwaage.

Die eigentliche Waage der Sparte hatte offenbar bei einer solchen Masse ihr eigenes Ende erahnt und sich pünktlich zum Beginn des Wiegens als defekt abgemeldet.

Waage verweigert Dienst

„Zum Glück haben uns Heiko Hartmann, Fritz Löwe und Hartmut Ritzau aus der Patsche geholfen, sonst hätte das Wiegen ausfallen lassen müssen“, sagte Mitorganisator Ulrich Sperling.

Aber nicht nur die Waage war ein Problem, auch der Rekordkürbis selbst stellte seinen Züchter vor so einige Probleme.Allein die Frage, wie die Riesenfrucht zum Veranstaltungsgelände zu bugsieren ist, stellte sich Ingolf Teich.

Zum Glück gibt es in Stapelburg mehrere Handwerker und Landwirtschaftsbetriebe, die über die entsprechende Berge- und Transporttechnik verfügen. Also wurde gemeinsam nach einer Lösung gesucht - und letztlich auch gefunden. Mit einem Teleskoplader wurde der Riesenkürbis aus Ingolf Teichs Garten hinter dem Haus „geerntet“, um ihn dann auf die Ladefläche eines Transporters zu bugsieren.

Und selbst das Auf und Ab zum und nach dem Wiegen erforderte Technik und mehrere starke Männer.

Rekordfrucht wird gezeigt

Der Rekordkürbis hatte nach der Siegerehrung noch eine kleine Tour über die Landesgrenze nach Niedersachsen vor sich. „Ich werde ihn für einige Zeit in einem Bad Harzburger Supermarkt als Herbstschmuck ausstellen. Danach kommt er nach Stapelburg zurück und dient den Haustieren als Futter“, sagt Ingolf Teich, der aber mit Sicherheit noch einige Samenkerne der Frucht sichern wird.

Die Kürbissorte war auch in diesem Jahr wieder „Atlantic Giant“, und das Saatgut stammte aus einem Betrieb im brandenburgischen Kleistow. Gegossen hat Ingolf Teich eine riesige Menge Wasser, für das er einige Auffangbehälter zu Hause hat, verrät er. Und was der Kürbis nicht „trinkt“, das lande im Grundwasser - und das könne den Nachschub aktuell ja auch zur Genüge gebrauchen.

„Ich weiß nicht, wohin das alles noch einmal führen soll - aber es macht Spaß und lockt immer mehr Besucher an“, sagt Ulrich Sperling, der sich wie Sparten-Vereinschef Günter Lüders auch diesmal über die große Besucherresonanz freute. Einige Stammgäste, nämlich jene aus dem Nordharzer Ortsteil Wasserleben, fehlten in diesem Jahr allerdings in Stapelburg. Sie mussten die Vorbereitungen für das eigene Erntedankfest abschließen, welches am gestrigen Sonntag gefeiert wurden. Die Volksstimme berichtet in ihrer morgigen Ausgabe ausführlich darüber.

Wie gewaltig der Siegerkürbis im Vergleich zur pflanzlichen Konkurrenz war, zeigen die weiteren Plätze des Wettbewerbs. Rang zwei ging an einen 160 Kilogramm schweren Kürbis von Lea Sophie Wurps aus Wernigerode, Dritter wurde Benjamin Hasenbalg aus Stapelburg mit einer 128 Kilo schweren Frucht.