Blankenburg l Strahlender Sonnenschein, zu heiß zum Wandern - was spricht gegen einen Ausflug mit dem Fahrrad? Dem Ruf der Arbeitsgruppe Rübeland zu einer Fahrt mit Diesellok und Drahtesel waren am Sonnabend einige Interessierte gefolgt. Doch weil im Alltag noch häufig das Auto benutzt wird, soll ein neues Projekt Motivation bieten, öfter einmal in die Pedalen zu treten. Eine App namens „Blankenbike“, also ein Programm, das bequem auf Handy oder Tablet ladbar ist, zeigt Wege rund um Blankenburg auf, die mit dem Fahrrad erreichbar sind.

Im Gegensatz zu Karten, die über Google geladen werden können, hat die von der Stadt Blankenburg in Kooperation mit der Hochschule Harz entwickelte App einen besonderen Clou: Jeder Kilometer, der mit dem Drahtesel zurück gelegt wird, wird dokumentiert. Ebenso wird angezeigt, wieviel CO2 der Nutzer gespart hat, weil er die Strecke mit dem Rad statt mit dem Auto zurück gelegt hat. Man kann so nach und nach seine Daten sammeln und eine persönliche CO2 -Bilanz ziehen.

Karten offline verfügbar

„Außerdem werden auch Strecken angezeigt, die Google-Maps nicht kennt. Die Karten sind außerdem auch offline abrufbar“, erklärt Energie- und Umweltberaterin Ute Urban. Sie setzt im Moment ein Projekt um, dass der Stadt Blankenburg dabei helfen soll, seine Klima-Ziele zu erreichen. „Blankenbike“ füge sich dort gut ein. Unter der Projektleitung vom Geoinformatiker Prof. Hardy Pundt und seinem Projektbearbeiter Andreas Hansmann wurde die Anwendung programmiert.

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Die Finanzierung läuft ebenfalls über das Projekt der Stadt, sodass die App für den Nutzer kostenfrei ist. Bei der Präsentation am Sonnabend fiel der Startschuss für eine erste Test-Version. Fahrradbegeisterte können das Programm jedoch nur nutzen, wenn sie ein Android-Handy besitzen, kein I-Phone.

Feedback zur App erwünscht

Ausdrücklich weist Ute Urban darauf hin, dass Rückmeldungen, zum Beispiel, Hinweise auf Probleme oder Verbesserungsvorschläge willkommen sind. Sie können entweder in der App unter dem Menüpunkt „Feedback“ eingegeben werden, oder an beate.kretschmer@blankenburg.de geschickt werden.

Wie Stadtverwaltungsmitarbeiterin Katrin Hillen erklärt, will die Stadtverwaltung selbst mit gutem Beispiel voranschreiten. Das Rathaus verfügt über Dienstfahrräder, sogenannte Pedelecs, bei denen der Fahrer mit Elektro-Motor unterstützt wird. Bisher werden diese jedoch noch wenig genutzt. Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU) wagte sich am Sonnabend zum ersten Mal aufs elektrisch unterstützte Rad. „Bisher hatte mir die Einweisung gefehlt“, lautete seine Begründung.