Derenburg l Noch am späten Morgen steht eine weithin sichtbare weiße Rauchsäule über einem Waldstück bei Derenburg. Direkt an der Umgehungsstraße zwischen Böhnshausen und Mahndorf, am äußersten Zipfel der Gemarkung von Derenburg, bietet sich ein Bild der Zerstörung. Eingestürzte Mauern, verkohlte Balken. Dort, wo noch am Abend eine riesige Scheune stand, verhindern Kameraden der freiwilligen Feuerwehren aus Heimburg und Derenburg  mit enormem Wassereinsatz das Aufflammen der riesigen Menge Stroh, das dort gelagert wurde. Etwa 1000 Ballen sind nach Volksstimme-Recherchen ein Opfer der Flammen geworden. Das Stroh war demnach als Einstreu für die Putenmastanlage in Langenstein gedacht.

Brandgefahr hoch bei Trockenheit

Mit schwerer Technik von Landwirt Klaus Münchhoff wird am Morgen das Stroh auseinandergezogen, um an Glutnester zu gelangen und sie zu löschen. Doch dem eingesetzten Radlader steht dafür nur das Scheunen-Areal zur Verfügung. „Wir können das Stroh bei dieser Trockenheit nicht auf das Feld ziehen", so Einsatzleiter André Salomon. Die Brandgefahr ist einfach zu hoch.

Bereits in der Nacht sind im Umfeld der Scheune allein durch die Strahlungshitze Büsche und Bäume in Flammen aufgegangen. Für die Kameraden der alarmierten Feuerwehren kein leichtes Agieren. Zumal allein die Lage des betroffenen Gebäudes an der Gemarkungsgrenze eine Tücke in sich birgt.

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Denn zunächst werden die Wachbereitschaft in Halberstadt sowie die Wehren aus Sargstedt, Ströbeck und Langenstein kurz vor Mitternacht zu einem Mittelbrand auf dem Schrottplatz in Ströbeck alarmiert. „Diese Ortsangabe wurde jedoch schnell revidiert und auf die Umgehungsstraße zwischen Mahndorf und Derenburg korrigiert", so Halberstadts Feuerwehr-Sprecher Lars Hartmann.

Scheune in Vollbrand

Als die Kameraden eintreffen, steht die Scheune in Vollbrand, und das Feuer hat sich bereits auf die umliegende Vegetation ausgebreitet. Da in der Nähe der Einsatzstelle keine Hydranten existieren, wird aus der rund 300 Meter entfernten Holtemme eine Löschwasserversorgung aufgebaut.

Inzwischen ist auch klar, dass die Einsatzstelle auf Derenburger Territorium liegt. So wird um 0.47 Uhr Ortswehrleiter André Salomon hinzugezogen. Er koordiniert  zunächst gemeinsam mit dem Einsatzleitdienst der Feuerwehr Halberstadt das weitere Vorgehen.

Einsatz bis zum Abend

Dann werden die bereits eingesetzten Kräfte nach und nach herausgelöst und die Einsatzstelle komplett der Derenburger Wehr übergeben. 18 Kameraden aus Derenburg und fünf Kameraden aus Heimburg sichern nun bis in den späten Vormittag hinein die Löscharbeiten ab, unterstützt von Mitarbeitern des Gutes Derenburg. Gegen 12.45 Uhr werden die Feuerwehrleute von Kameraden aus Blankenburg und Wienrode abgelöst. Die Arbeiten an der Einsatzstelle ziehen sich trotzdem bis in die Abendstunden hinein.

Wie das Polizeirevier Harz in Halberstadt in einer ersten Mitteilung informiert, ist der Brand des etwa 20 mal 30 Meter großen und rund zwölf Meter hohen Gebäudes am Montag gegen 23.45 Uhr ausgebrochen. Die Höhe des entstandenen Sachschadens könne allerdings noch nicht beziffert werden. „Die Beamten haben ein Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung eingeleitet und den Brandort beschlagnahmt", heißt es weiter.