Nationalpark

Für mehr Schutz vor Waldbränden im Harzwald bei Ilsenburg

In den Wäldern des Nationalparks Harz bei Ilsenburg hat sich beim Waldbrand-Schutz einiges getan. V.

Von Jörg Niemann
Feuerwehr-Kameraden nutzen wie hier in der Nähe der Rangerstation Scharfenstein die vom Nationalpark Harz geschaffenen künstlichen Wasserspeicher.
Feuerwehr-Kameraden nutzen wie hier in der Nähe der Rangerstation Scharfenstein die vom Nationalpark Harz geschaffenen künstlichen Wasserspeicher. Foto: Jörg Niemann

Ilsenburg - Es gab Zeiten, da wurde von Seiten der Ilsenburger Feuerwehr nicht gerade selten über die Politik der Nationalparkverwaltung geschimpft. „Die lassen das ganze trockene Holz im Wald stehen und wir müssen dann zusehen, wo wir Wasser herbekommen, um das alles zu löschen“, war eine weit verbreitete Meinung. Doch inzwischen ist das etwas anders geworden, denn es gab auf beiden Seiten vielfältige Initiativen, um den Schutz vor Waldbränden zu forcieren. Das wurde bei der jüngsten Großübung der Ilsenburger Wehren im Nationalpark Harz deutlich. Da wurden einige der ersten gemeinsam entwickelten Neuerungen einem Praxistest unterzogen. Doch der Reihe nach.

Die zunehmende Trockenheit, die mit sehr hoher Waldbrandgefahr einhergeht, hat die drei Ortswehren der Stadt Ilsenburg veranlasst, eine „Arbeitsgruppe Waldbrand“ zu gründen. Zur ehrenamtlichen Mitarbeit haben sich André Münzberg und Konstantin Schipp aus der Ortswehr Ilsenburg, Torsten Hildebrandt und Maik Friese aus Drübeck sowie Milan Fulst und Dennis Gülzow aus Darlingerode bereiterklärt. Basierend auf ihrer Ausbildung und vor allem in Auswertung der im direkten Einsatz aufgetretenen Probleme, haben die sechs Kameraden Vorschläge erarbeitet, die sie über den Dienstweg der Nationalpark-Verwaltung übergaben. Dort wurden die Vorschläge geprüft, teils sofort umgesetzt oder in die Planung zur zeitnahen Realisierung aufgenommen.

In den vergangenen Wochen und Monaten ist davon schon etliches umgesetzt worden, so dass die Neuerungen bei der Großübung einem ersten Praxistest unterzogen werden konnten. „Zumindest für mich scheinen sich unsere Maßnahmen gut auszuwirken. Wir haben im Bereich der Schlüsie eine neue Staustelle für Löschwasser gebaut und haben auch an der Rangerstation Scharfenstein den dortigen Feuerlöschteich optimiert. Er wurde gereinigt und mit einem verbesserten Zulauf versehen. So ist es möglich, auch in sehr trockenen Sommern mehrere Zehntausend Liter Löschwasser zur Waldbrandbekämpfung bereitzuhalten“, sagt Nationalpark-Revierförster Lukas Wachsmann, der die Feuerwehr-Übung beobachtete und mit den Feuerwehrleuten auswertete.

Ilsenburg als Vorbild für Niedersachsen

„Die Qualität der Zusammenarbeit hat sich wirklich enorm verbessert, erleichtert uns vor Ort die Arbeit und sorgt allgemein für mehr Sicherheit“, schätzte Torsten Hildebrandt von der Arbeitsgruppe Brandschutz die gemeinsame Arbeit ein. Dass diese Form der Zusammenarbeit beispielgebend ist, verhehlt auch Lukas Wachsmann nicht: „Die wirklich guten Erfahrungen, die wir als Nationalpark hier in Ilsenburg mit der Feuerwehr gemacht haben, werden schon bald auch in Niedersachsen angestrebt“, sagte er der Volksstimme. Das werde die dortigen Kameraden sicher freuen, denn Waldbrände kennen auch sie zur Genüge, und für ein Feuer ist die Existenz Landesgrenzen und den damit einhergehenden Zuständigkeiten nicht relevant.

Und in noch einem sind sich Nationalpark und Feuerwehr einig. Ihre gute Zusammenarbeit ist letztlich nur dann etwas wert, wenn sich auch die Waldbesucher an die Regeln halten und vor allem in Sachen Brandschutz vorsichtig sind. Denn verheerende Waldbrände wie in Kalifornien oder einigen Mittelmeer-Inseln will hier keiner haben. Die sind dann nicht mehr im Zweierbündnis zu bewältigen.