Wernigerode l Den Winter über haben die Mitstreiter der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) weniger zu tun. „Da kommt man auf so manche Idee“, sagt Ralf Schult und schmunzelt. Währenddessen faltet Andreas Herbst einen Plan auseinander und sagt: „So soll unser Sportzentrum für Gesundheit und Rehabilitation einmal aussehen.“

Herbst ist einer der 16 hauptamtlichen Mitarbeiter der DLRG in Wernigerode und verantwortlich für die Umsetzung des ehrgeizigen Projekts. Entstehen soll es im Flachbau auf dem Hof der Oskar Kämmer Schule an der Ilsenburger Straße in Wernigerode. Geschmiedet habe der 55-Jährige den Plan gemeinsam mit Ralf Schult, ehrenamtlicher Chef der DLRG, aus einem ganz bestimmten Grund.

500 Mitglieder

„Als wir hörten, dass in der Feldstraße der Verein für Karate, Trend- und Gesundheitssport seinen Betrieb einstellt, haben wir überlegt, wie wir einspringen können“, sagt Schult. Immerhin, so der 50-Jährige, seien dort rund 500 Mitglieder, überwiegend ältere Bürger, aktiv. „Ihnen - und auch den qualifizierten Übungsleitern - wollen wir weiter eine Heimstätte zur Förderung der Gesundheit bieten“, fügt Andreas Herbst hinzu.

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Doch so einfach wie anfangs gedacht, sei es nicht gewesen. Die nahtlose Übernahme der Vereinstätte samt des Leistungsangebots in der Feldstraße ging nicht, „die Räume waren sofort wieder vermietet“, sagt Ralf Schult. Fündig wurde das Duo auf dem Areal der Oskar-Kämmer-Schule. Dort steht ein Flachbautrakt seit Jahren leer, zuletzt genutzt als Lehrwerkstatt. Der Plan der DLRG sei beim Eigentümer des ehemaligen Wernigeröder Holzbau-Firmengeländes – Hans-Jürgen Simchen – auf Interesse gestoßen, am morgigen Dienstag soll der Mietvertrag unterzeichnet werden.

Training nur in Gruppen

Positiv sei das Projekt auch bei potenziellen Nutzern angekommen. Unter dem Titel „Wie geht‘s weiter im Gesundheitssport in Wernigerode?“ haben Schult und Herbst ihre Idee vorgestellt. Mehr als 100 Interessenten seien in die Berufsschule gekommen und haben „interessiert zugehört“.

Der Planentwurf sieht vor, dass im Flachbau fünf Trainingsräume, Sanitäreinrichtungen mit Umkleiden, ein moderner Empfang und kleiner Aufenthaltsraum sowie Büros und ein Schulungsraum entstehen. Das Sportzentrum umfasse rund 707 Quadratmeter und „ist kein Fitnessstudio“, betont Ralf Schult. Trainiert werde nur in Gruppen. Die Angebotspalette umfasse Kurse wie Yoga, Pilates, Spinning, Langhanteltraining und vieles mehr.

Im Reha-Sport sollen Übungsstunden in den Bereichen Orthopädie und Krebserkrankung sowie gegebenenfalls Herz-Kreislauf angeboten werden. Mitnutzer des Zentrums soll auch die Oskar-Kämmer-Schule sein, beispielsweise für den Sportunterricht an der neuen freien Sekundarschule.

Geschenk zum Jubiläum

Bereits zum 1. April übernommen wird von der DLRG die Trainerin vom Gesundheitsverein in der Feldstraße, Antje Kahmann. „Eröffnen wollen wir gern am 1. Oktober“, sagt Ralf Schult und verrät: „Es soll unser Geschenk zum Jubiläum sein.“ Die Hilfsorganisation DLRG wurde am 15. Dezember vor 25 Jahren gegründet. Zum Aufgabenfeld der Mitarbeiter und 192 aktiven Mitglieder gehört die Unterstützung bei der Betreibung von Bädern, die Ausbildung in 1. Hilfe, von Rettungsschwimmern und der Sanitätsdienst bei Veranstaltungen.