Blankenburg

Grandioser Panorama-Blick für die Regenstein-Besucher

Das Panorama-Café auf der Burg und Festung Regenstein in Blankenburg ist frisch renoviert, neu eingerichtet worden und hat nun sogar einen Namen: Graf-Konrad-Saal. Für Besucher wird er voraussichtlich erst zu den Ferien öffnen können: Es fehlt an Personal.

Von Jens Müller 12.07.2021, 18:28
Blick aus dem Fenster des Panorama-Cafés auf der Burg und Festung Regenstein. Diese Aussicht können die Gäste aber erst mit Beginn der Sommerferien genießen, wenn der Graf-Konrad-Saal offiziell für die Regenstein-Besucher öffnet.
Blick aus dem Fenster des Panorama-Cafés auf der Burg und Festung Regenstein. Diese Aussicht können die Gäste aber erst mit Beginn der Sommerferien genießen, wenn der Graf-Konrad-Saal offiziell für die Regenstein-Besucher öffnet. Fotos: Jens Müller

Blankenburg - „Vor fünf Jahren ist der Saal auf dem Regenstein das letzte Mal gastronomisch genutzt worden. Seither war er sich selbst überlassen“, blickt Andreas Werner zurück. Dem Geschäftsführer des Schäferhofs Langenstein und selbst Blankenburger blutete das Herz. Doch allein baulich waren einem Neubeginn Grenzen gesetzt. „Der Betrieb einer Gaststätte ist dort einfach nicht mehr zulässig“, sagt er. Der Aufwand, eine moderne Küche mit Lager und Kühlung unter den heutigen Hygieneauflagen dort einzubauen, wäre einfach zu hoch und weder vom Eigentümer – der Stadt Blankenburg – noch für einen Pächter zu stemmen. „Deshalb haben wir zusammen mit der Stadt überlegt, was wir machen können“, erinnert sich Andreas Werner an den September vergangenen Jahres, als klar wurde, dass sich auch die Pläne der Stadt zum Umbau der einstigen Gaststätte in einen zentralen Infopunkt für die Besucher der Burg- und Festungsanlage nicht realisieren lassen. „Wir haben uns dazu entscheiden, ein Panorama-Café einzurichten“, so Werner, der gleich nebenan bereits den beliebten Imbiss betreibt. Am Freitagabend konnte er das Café nach monatelangen Umbau- und Renovierungsarbeiten endlich präsentieren.

Hand in Hand gearbeitet

Vor einigen geladenen Gästen, darunter den Gesellschafter des Schäferhofs Langenstein sowie Vertretern aus Wirtschaft und Verwaltung bedankte er sich zu allererst bei Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU) und der Chefin des Blankenburger Tourismusbetriebes Dagmar Kamp dafür, dass „hier Hand in Hand und höchst unbürokratisch miteinander gearbeitet wurde. Es war eine hervorragende Zusammenarbeit.“

Ein großes Dankeschön richtete er an die Unternehmer-Familie Weitemeyer von der Harzer Mineralquellen GmbH, die dem Café die Möblierung mit Tischen und Stühlen zur Verfügung gestellt hat, sowie an den Handwerker der Burg, Wolfgang Pulst. „Er hat hier sehr akribisch gearbeitet, die Toiletten wieder in einen ansehnlichen Zustand gebracht, die Wasser- und Abwasseranlage für den Tresen gebaut und vieles mehr“, zählt Andreas Werner auf.

Ölgemälde wieder da

Wie Heiko Breithaupt erklärt, ist mit der Einrichtung des Cafés eine sehr gute Lösung gefunden worden – im Sinne der Stadt und der Besucher des Regensteins. Auch er dankt allen Beteiligten für die sehr pragmatische Herangehensweise, nachdem klar war, dass die Umbaupläne der Stadt in diesem Bereich nicht umgesetzt werden können. Er wünscht dem Café viele Gäste, die bei Café und Kuchen dort den Ausblick über den Heers bis ins Harzvorland genießen können. „Und allein dieser Ausblick macht schon den Charme des Cafés aus“, sagt er.

Wappen der Regensteiner Grafen

Hinzu kommt jedoch auch die Inneneinrichtung, die mit vielen kleinen Details aufwartet. So ist – natürlich – das großformatige Gemälde, das den Überfall von Raubrittern am Fuße des Regensteins darstellt, wieder aufgehängt worden. Es war während der Schließzeit im Fundus der Stadt sicher verwahrt worden. Regenstein-Experte Jörg Reimann, Vorsitzender des Blankenburger Geschichtsvereins History 4 You, hatte historisch exakte Familien-Wappen derer vom Regenstein angefertigt. Sie dienen nun als Zierköpfe der extra genähten Vorhangschals zwischen den Panorama-Fenstern. Zudem zieren alte Fotos, ein Gemälde von Preußen-König Friedrich II. und einige Jagdwaffen die Wände. Darüber hinaus hat der große Gastraum seit vergangenem Freitag auch einen offiziellen Namen: Er heißt nun Graf-Konrad-Saal. Der Name Konrads – Sohn des Grafen Poppo I. von Blankenburg – taucht im Zusammenhang mit der ersten urkundlichen Erwähnung des Regensteins im Jahr 1162 auf. Konrad gilt somit als Begründer des Regensteiner Grafengeschlechts.

Mit der Fertigstellung des Graf-Konrad-Saales ist er aber leider noch nicht für Besucher und Gäste geöffnet. Wie Andreas Werner erklärt, sucht er händeringend Mitarbeiter dafür. Er hofft aber, dass er mit Beginn der Sommerferien das Panorama-Café dann endlich der Öffentlichkeit präsentieren kann. Infos und Kontakt unter Telefon (0 39 41) 61 38 41 und E-Mail landhotel@schaeferhof-langenstein.de.

Andreas Werner (links) bekommt ein gläsernes Blankenburg-Wappen von Blankenburgs Bürgermeister Heiko Breithaupt und Blankenburgs Tourismuschefin Dagmar Kamp.
Andreas Werner (links) bekommt ein gläsernes Blankenburg-Wappen von Blankenburgs Bürgermeister Heiko Breithaupt und Blankenburgs Tourismuschefin Dagmar Kamp.
Foto: Jens Müller
Das Bild vom Überfall der Raubgrafen am Regenstein hängt wieder an seinem angestammten Platz im Panorama-Café.
Das Bild vom Überfall der Raubgrafen am Regenstein hängt wieder an seinem angestammten Platz im Panorama-Café.
Foto: Jens Müller