Hasselfelde l Riesige leuchtende Christbaumkugeln, schimmernde Pferde, glitzernde Trompeten: Wie viele Harzer hat Tobias Fritschka sich die Installationen der „Lichterwelt“ in Magdeburg angesehen. „Ich fand das klasse“, sagt der 44-Jährige, der in Hasselfelde lebt. Die übergroßen Installationen dienten als Inspiration für einen Appell, den Frischka und der Arbeitskreis Kurpark nun gestartet haben.

Unter dem Motto „Weihnachtsstadt Hasselfelde“ wollen sie die Einwohner dazu aufrufen, in diesem Jahr Häuser und Grundstücke in diesem Jahr noch mehr als sonst festlich zu schmücken. Im sozialen Netzwerk Facebook haben die Mitglieder des Arbeitskreises ihren Aufruf bereits veröffentlicht – die Resonanz: überwiegend begeistert.

Nun wollen die Mitglieder auch in Schaukästen, Geschäften und via Volkstimme für die Aktion werben und hoffen auf die Mitwirkung der Hasselfelder. Dabei ist insbesondere alles gefragt, was glänzt, glitzert und leuchtet. Denn wenn der Weihnachtsmarkt ausfalle, blieben vor allem Spaziergänge durch den Ort, die durch stimmungsvolle Dekoration zum festlichen Erlebnis werden könnten. „Es wäre schön, wenn man den Kindern ein buntes Weihnachten ermöglichen könnte“, so Tobias Fritschka. Dazu wolle er auch die Stadtverwaltung um Mithilfe bitten.

Deren Mitarbeiter seien dabei, den vorweihnachtlichen Schmuck in den Oberharzorten anzubringen, sagt Andreas Weingarten vom städtischen Bauamt auf Volksstimme-Nachfrage. „Bis zum ersten Advent soll alles fertig sein“, kündigte er an.

Weihnachtlicher Schmuck wird montiert

Sterne, Sternschnuppen und andere Dekoelemente würde wie in den Vorjahren auch in den meisten Ortsteilen von den Mitarbeitern des Bauhofs und beauftragten Firmen montiert. „Für uns ist das völlig unabhängig davon, ob Weihnachtsmärkte stattfinden oder nicht. Das gehört einfach dazu“, so Andreas Weingarten.

Vor dem Rathaus in Elbingerode wurde am Mittwoch ein Weihnachtsbaum aufgestellt. Ebenso sollen die beiden anderen Verwaltungsaußenstellen und die Kindertagesstätten mit Bäumen bedacht werden. Mehr als der übliche Schmuck sei allerdings nicht drin. „Wir sind zeitlich und personell am Limit.“ Zusätzliche Dekoration müsste die Verwaltung zudem erst anschaffen. „Dafür gibt es bei der derzeitigen Haushaltslage keine Genehmigung.“

Dass es in diesem Jahr corona-bedingt keinen Weihnachtsmarkt in Hasselfelde geben wird, bestätigte Pfarrer Karsten Höpting auf Volksstimme-Nachfrage. „Das Programm würde überwiegend in der Kirche stattfinden“, erklärt er. Ein Hygienekonzept, das den aktuellen Auflagen entspricht, ließe sich dort nicht umsetzen, zum Beispiel was den Ein- und Ausgang des Gotteshauses angeht.

Derzeit werde darüber beraten, möglicherweise ein Adventsliedersingen unter freiem Himmel, auf dem Marktplatz zu organisieren. Ob und wann dies stattdinden könnte, ist noch offen, so Karsten Höpting.

Derweil bereitet der Arbeitskreis den letzten Arbeiteinsatz für das Jahr 2020 vor. Am Sonnabend, 5. Dezember, 9 Uhr, wollen die Mitglieder Laub harken. „Wir müssen die Wege frei bekommen. Sonst haben wir im Frühjahr Humus auf den Flächen, die wir bereits beräumt haben“, erklärt Tobias Fritschka.

Freiwillige Helfer sind zu dem Termin willkommen und sollten nach Möglichkeit Laubbesern und Schubkarren mitbringen. „Viele Hände, schnelles Ende“, so Fritschka.

Kein Losglück bei Vergabe von Spielgeräten

Im kommenden Jahr soll dann die Deckschickt für die Wege im Kurpark eingebaut werden. 50 Tonnen Splitt liegen bereit, die in diesem Jahr mangels Technik nicht mehr verarbeitet werden konnten. Leer ausgegangen ist der Ort bei der Verlosung von Spielgeräten, die die Stadt Quedlinburg abgegeben hat. Viele hatten sich beworben, das Christliche Kinderhaus, ein Kleingartenverein und zwei Privatpersonen erhielten den Zuschlag.

Daher wollen sich die Mitglieder des Arbeitskreises im kommenden Jahr um neue Ausstattung für den Spielplatz im Kurpark bemühen. Auf dem Spendenkonto haben sich bereits 3800 Euro angesammelt, doch weil Spielgeräte teuer seien, käme man damit voraussichtlich nicht weit. Daher wolle man weiter sammeln. „Denkbar wäre ein Spendenlauf mit den Kindern im Frühjahr“, blickt er voraus.