Blankenburg l „Um 3.30 Uhr geht‘s los und hält bis abends um 23 Uhr an“, sagt Enrico Kick. Der Blankenburger ist einfach nur noch genervt von den zahlreichen Lkws, die seit Beginn der Bauarbeiten auf der Bundesstraße 81 nun über die Bundesstraße 27 umgeleitet werden - genau an seiner Haustür an der Rübeländer Straße vorbei. Enrico Kick wohnt mit seiner Familie genau in der Kurve, von der aus die Welfen- und die Silberbornstraße abzweigen. Für ihn sei es schon ein kleines Wunder, das dort bislang noch nichts passiert ist. Denn: „Hier fährt keiner vorschriftsmäßig.“ Vermutlich aus Zeitdruck würden viele Fahrer sogar die Kurve schneiden.

Auch sein Nachbar Frank Asmus ist stinksauer: „Es ist einfach nur extrem“, sagt er. An einen erholsamen Schlaf sei überhaupt nicht mehr zu denken. Selbst nachdem die Rübeländer Straße vor drei Jahren ausgebaut wurde, sind die nervigen Geräusch-Quellen immer noch oder wieder vorhanden: klappernde Gullydeckel und vor allem das Scheppern von leeren Lkw-Aufliegern. Von Motorradfahrern, die ihre Maschinen vor der kurveneichen Strecke nach Hüttenrode gern auf Touren bringen, ganz zu schweigen.

Genauso schlimm finden die Anwohner, dass sie nun einen Eindruck davon bekommen, welch Verkehrsaufkommen tagtäglich durch Hüttenrode, Cattenstedt und durch die Blankenburger Innenstadt fließt, wenn die B 81 offen ist. „Dafür sind diese Straßen überhaupt nicht ausgelegt“, ist Enrico Kick überzeugt, der es nicht verstehen kann, dass eine lange geplante Ortsumfahrung, für die sogar mehr als eine Million Euro ausgegeben wurde, einfach nicht gebaut wird. Für ihn liegt der Bedarf klar auf der Hand.

Tempo 30 und Blitzer auf Umleitung?

Darüber hinaus fordert er ein Tempo 30 für Lkw auf der Umleitungsstrecke oder wenigstens regelmäßige Geschwindigkeits-Kontrollen. „Für die Überwachung des fließenden Verkehr ist die Polizei zuständig. Sollten sich Anhaltspunkte für Geschwindigkeitsüberschreitungen ergeben, wird die Polizei durch die Straßenbaubehörde um prioritäre Verkehrsüberwachung gebeten“, teilte Michael Schanz, Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde, auf Volksstimme-Nachfrage mit.

Zudem verwies er auf die im Vorfeld der Bauarbeiten an der B 81 getätigten Abstimmungen: „Die Beschilderung der Umleitungsstrecken wurde mit der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei abgestimmt. Notwendige Änderungen an der Beschilderung, zum Beispiel aus der Beobachtung des Verkehrsgeschehens, werden nach Abstimmung mit der Straßenverkehrsbehörde und verkehrsrechtlicher Anordnung gegebenenfalls umgesetzt“, so Schanz. Laut Straßenverkehrsbehörde hat es bislang eine Beschwerde gegeben, die an die Polizei weitergeleitet wurde.

Harzer Blitzergruppe bietet Hilfe an

Um die Situation speziell für die Anwohner in der Rübeländer Straße zu verbessern, hat die Harzer Blitzergruppe ihre Hilfe angeboten. Wie Initiator Denny Behrendt erklärte, wäre eventuell das Anbringen einer temporären Tempo-Anzeige eine gute Möglichkeit, Auto- und Lkw-Fahrer auf das Einhalten der Geschwindigkeit dort hinzuweisen. Zudem könnten im Nachgang auch die von solch einem Display erfassten Daten über Geschwindigkeits- und Fahrzeug-Aufkommen ausgewertet werden. Laut Behrendt sei die Blitzergruppe auch an anderen Stellen im Harzkreis dabei, Lösungen konkret für solche Probleme zu finden.