Wernigerode l Ein defektes Verbindungsstück an einer Pumpe ist der Grund für das Fischsterben in der Holtemme. In der Anlage der Firma Eternity Technologies Manufacturing an der Steinernen Renne in Wernigerode sind durch eine gerissene Verbindung im Pumpbetrieb eines Schwefelsäurebehälters etwa vier Kubikmeter hochkonzentrierte Schwefelsäure ausgetreten.

„Das Verbindungsstück hat sich verformt und schließlich zum Schaden an der Anlage geführt“, teilt Franziska Banse von der Pressestelle des Landkreises Harz auf Volksstimme-Nachfrage mit. Dies lasse sich auf einen Materialfehler zurückführen, der durch Abnutzung entstanden sei.

Neues Sicherheitskonzept

Der Betreiber des Batterienwerks habe einen externen Sachverständigen beauftragt. Bis Mitte Januar solle der Experte einen Bericht erstellen, aus dem Verbesserungsvorschläge für die Anlage selbst sowie betriebliche Abläufe entwickelt werden sollen. „Zudem wurde ein Gutachten angefordert, dass den Zustand des Säurekanals prüfen und auch hier mögliche Verbesserungsvorschläge aufzeigen soll“, so die Verwaltungssprecherin weiter. Nach dieser „Schwachstellenanalyse“ werde ein Planungsbüro einen Sanierungsplan aufstellen.

„Hier ist das Umweltamt des Landkreises involviert“, sagt Banse. Inhalt des Sanierungsplans sei ein Sicherheitskonzept, welches technische Veränderungen und Abläufe innerhalb des Unternehmens festlege, die dann umgesetzt werden müssen. Dafür sei der Anlagenbetreiber, die Firma Eternity Technologies Manufacturing mit Sitz bei Hamburg, verantwortlich.

Neue Auflagen für Betrieb

Das Umweltamt prüfe die Gutachten. Danach werde entschieden, welche neuen Auflagen in Bezug auf Abwasserrecht und Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sich daraus ableiten lassen.

Hintergrund: Nachdem am 13. November säurehaltige Abwässer aus dem Batteriebetrieb in die Holtemme gelangt waren, sammelten die Mitglieder des Angelvereins Wernigerode sowie des Wildfisch- und Gewässerschutzvereins mehr als 1000 verendete Fische ein. Die Folgen für die nächste Generation der Harzer Bachforelle, die das Wernigeröder Wappentier ist, sind laut Experten noch nicht absehbar.