Blankenburg l Ein bisschen Vorsicht ist im Blankenburger Schlosspark schon geboten. Mit lautem Plopp fallen dort die reifen Früchte der Esskastanien auf das Pflaster der von den Bäumen gesäumten Allee zwischen Fasanengarten und Marstall. Die prachtvolle Baumreihe aus Edelkastanien war bereits vor rund 200 Jahren angelegt worden. Wer Pech hat, bekommt schon mal den stacheligen Mantel der begehrten Früchte auf den Kopf. Aber dafür entschädigt später die Zubereitung der auch Maronen genannten Delikatessen.

„Bei uns kommen sie einfach aufs Backblech in den Ofen“, erzählen Christiane Koch und Thomas Motha, die extra zum Kastaniensammeln von Quedlinburg aus mit dem Rad nach Blankenburger gefahren sind. Gegessen werden die Maronen bei ihnen mit Knoblauch, etwas Öl und Salz als kleiner Snack.

„Wir kommen jedes Jahr hierher“, sagen sie. Doch nachdem sie in der vergangenen Woche schon einmal umsonst in den Schlosspark geradelt waren, füllten sich ihre Taschen am Dienstag wie von allein. „Jetzt sind sie richtig reif“, freuen sich die beiden.

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Esskastanien auf Backblech geröstet

Ihnen beim Sammeln auf den Fersen waren gestern auch Hannah (9) und ihr Bruder Max (14) aus Blankenburg. Allerdings sind die beiden Schüler noch nicht so richtig auf den Geschmack gekommen: „Sie sind ein bisschen bitter“, sagt Hannah. Anders ihre Oma. Sie röstet die Kastanien am liebsten auf dem Backblech und puhlt danach die Schale ab. „Die schmecken aber auch sehr lecker zu Wildgerichten“, so die Blankenburgerin, die einen Teil ihrer Beute auch verschickt: zu einer Urlaubsbekanntschaft nach Thüringen.

Dass Blankenburger Esskastanien ein wahrer Exportschlager sind, berichtet eine Wernigeröder Sammlerin, die die Maroni am liebsten in der Pfanne röstet oder in einer Bratensoße verwendet. Sie schickt die Früchte zu ihrem Sohn - und das nach Frankreich! „In Frankreich sind die Früchte zwar doppelt so groß. Mein Sohn sagt aber immer: ,Mama, die Blankenburger schmecken aber viel besser.‘“