Wernigerode/Silstedt l Landespolitiker machen sich reihum ein Bild vom Ausmaß der Hochwasserschäden im Harz. Am Dienstag war es die bündnisgrüne Umweltministerin Claudia Dalbert. Zuerst in Ilsenburg, setzte sie ihre Stippvisite in Silstedt fort. Ihr Fazit: „Das Hochwasser an Ilse und Holtemme hat für uns neue Erkenntnisse über das Verhalten der Gewässer bei extremen Wetterereignissen wie tagelanger Dauerregen gebracht“. Die Planungen für solche Situationen müssten überprüft und gegebenenfalls anpasst werden.

Holtemme verbreitern

Wie? Dafür hatte Silstedts Bürgermeister Karl-Heinz Mänz (CDU) gleich eine Antwort: Dort, wo am vergangenen Dienstag die Holtemme am Ortsrand aus den Fugen geraten war, „muss das Bachbett verbreitert werden“. Mänz weiter: „Die Bäume und das Gestrüpp müssen endlich raus, der Flusslauf war einfach zu eng, Wasser muss laufen können.“ Und weil die Gefahr, dass es beim nächsten Hochwasser „wieder hier knallt“, sollte „sofort im Anschluss an die Verlegung der Gasleitung mit dem Ausbau begonnen werden“, forderte Mänz.

Seinem Vorschlag stimmte Christoph Ertl als Experte zu, das „sofort“ ließ er offen. Der für den Harzkreis zuständige Flussbereichsleiter des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft erläuterte einen bereits vorliegenden Planentwurf für diesen Holtemme-Abschnitt. Im Grunde, so Ertl, sollte das neue Ufer entlang der von Bundeswehrhubschraubern abgeworfenen Big Bags verlaufen. Die Details, versicherte er, werden nun geprüft.

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Dankeschönveranstaltung für Helfer

Beraten in der Runde wurden auch die Knackpunkte in Wernigerode, die Christian Fischer (CDU) vortrug. Der Sozialdezernent vertrat den im Urlaub weilenden Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) und zählte die Straße Insel, das Holtemme-Wehr an der Hochschule und die Uferbesfestigungen des Zillierbaches in der Promenade auf. „Wir hatten verdammtes Glück“, sagte Fischer, dank des ausgezeichneten Krisenmanagements der vielen Helfer. Für sie plane die Stadtverwaltung eine Dankeschönveranstaltung.

Doch vorerst stehe weiter die Aufnahme der Schäden im Fokus. Alles zusammen, gehen die Schäden an Straßen, Brücken und Flussläufen, die Eigentum der Stadt, des Kreises und Landes sind, „wohl in die Millionen“. Die ersten Erkenntnisse, so Fischer weiter, sollen am morgigen Donnerstag erörtert werden. „Dann sind wir zu einer Beratung in die Staatskanzlei nach Magdeburg eingeladen.“

Spendenkonto und Schadensstelle

Für die vom Hochwasser geschädigten Einwohner in Wernigerode und den Ortsteilen hat die Stadtverwaltung einen Bürgerfonds eingerichtet. Außerdem existiert seit Montag im Rathaus eine Hochwasserschadensstelle zur Aufnahme der Beschädigungen. Spenden-Kontonummer: DE 04 8105 2000 0160 8800 41, Zahlungsgrund: „Hochwasser“; Schadensstelle: Telefon (03943) 654240, Email: hochwasser@wernigerode.de.