Freizeit

Ilsenburg ist auf dem Weg zum Fahrrad-Mekka

Welche neuen Möglichkeiten Pläne für Parcours am Blochhauer in Ilsenburg bieten

Von Holger Manigk
Sprünge wie dieser eines Mountainbikers auf einem Pumptrack im Stadtwald Elriede in Hannover sollten auch auf dem Kurs am Blochhauer in Ilsenburg möglich sein. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Ilsenburg

Wellen, Steilkurven, Sprungschanzen – all das gibt es bereits im Verkehrspark Blochhauer zwischen Ilse und Schlosspark. Wenn es nach der Tourismus GmbH Ilsenburg und den Kooperationspartnern vom Verein Bad Bikers Wernigerode geht, soll aus der bei Regenwetter matschigen Piste Marke Eigenbau ein fachmännisch geplanter Übungsparcours werden.

Dazu solle die Fahrstrecke auf dem gut 2100 Quadratmeter großen Areal mit einer einen Meter breiten Asphaltdecke versehen werden. Deren Vorteile aus Sicht der Ideengeber: geringerer Pflegeaufwand bei längerer Lebensdauer, Vermeidung von gefährlichen Wildbauten auf dem Parcours und weniger Sturzrisiko.

Mit dieser Variante könnten dann nicht nur Mountainbiker und BMX-Radler die Strecke nutzen, sondern auch Rollstuhlfahrer, Skateboarder oder Inline-Skater, heißt es im Konzeptpapier. Wie die Initiatoren hoffen, könne so der bereits stark genutzte Verkehrspark zu einem gepflegten Treffpunkt für Familien und Jugendgruppen werden.

Kosten von 100.000 Euro

Der geplante Pumptrack sei für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis geeignet – und damit eine ideale Übungsstrecke für Radler im Trailpark Harz. Die Arbeiten an vier geplanten Strecken in Wäldern zwischen Ilsenburg und Drübeck haben im vergangenen Jahr begonnen (die Volksstimme berichtete). Zudem könne der bereits stark integrierte Mountainbiker-Verein das Areal für Wettkämpfe, Jugendarbeit und Training nutzen.

Die Baukosten für das neue Projekt schätzen die Initiatoren auf rund 100.000 bis 120.000 Euro – laut Konzept „vergleichbar mit einem Spielplatz“. Finanzierungsfragen seien in diesem frühen Stadium noch offen, erläutert Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke (CDU) in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses. „Bevor wir die Details klären, brauchen wir ein Meinungsbild des Stadtrates.“ Um an Fördergeld zu gelangen, könne eine Verpachtung des Geländes an den Verein notwendig werden, antwortet er auf Anfrage von Andre Lüderitz (Die Linke).

Das Votum im Ausschuss fällt fraktionsübergreifend durchweg positiv aus. „Hervorragende Idee – das Interesse junger Leute an Radsport jeglicher Art wächst“, sagt etwa Hans-Jürgen Bley (CDU). Er weist allerdings auf die Gefahr von Unfällen mit Wanderern auf den Wegen hin, die direkt am Parcours entlangführen. „Um das Risiko zu minimieren, sollten wir vielleicht über einen Zaun rund um das Gelände nachdenken.“

Stimmen gegen Zaun

„Wichtig ist, dass wir weiter für Zugang für alle gewährleisten – etwa Tagesurlauber und Kinder aus Ilsenburg. Deshalb wäre ein Zaun eine Einschränkung, die wir vermeiden sollten“, entgegnet sein Fraktionskollege Karl Berke.

Ein Standpunkt, den Loeffke teilt. „Wir sollten den Parcours zu jeder Zeit für jedermann offenhalten.“ Der Verwaltungschef ergänzt, dass für den Pumptrack aus Sicherheitsgründen zudem möglicherweise die Seilrutsche vom Blochhauer versetzt werden müsste – „idealerweise auf den Spielplatz im Ilsetal“. Bereits im Bauausschuss habe es grundsätzlich Zustimmung zu den Plänen gegeben. Die Meinung der Stadträte ist erneut in ihrer nächsten Sitzung am Mittwoch, 5. Mai, gefragt.