Blankenburg l Das Ziel ist klar: Das marode Freizeit- und Jugendzentrum Roh 11 in Blankenburg braucht dringend eine Frischzellenkur. Darüber sind sich alle Fraktionen des Stadtrates einig. Nur wie soll die Zukunft der Einrichtung nahe des Stadtparks gestaltet werden? Darüber herrscht im Gremium weniger Einigkeit, wurde in der jüngsten Sitzung vor der Corona-Zwangspause deutlich.

Auf Anfrage der Fraktion ProBlankenburg/ Freiwillige Feuerwehr Derenburg erläuterte Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU), dass nach Einschätzung des Fachbereichs für Recht, Ordnung und Soziales mehrere Varianten in Frage kämen: „Sanierung, ein Neubau am Stadtpark oder ein Umzug in den Regenstein – alles ist denkbar.“

Regenstein bietet Vorteile

Letztere Möglichkeit böte den Vorteil, das Jugendhaus in einem Wohnviertel mit hoher Bevölkerungsdichte und guter Verkehrsanbindung anzusiedeln. Damit würde das Angebot quasi direkt zu vielen Blankenburgern unterschiedlichen Alters ziehen. „Zudem liegen mit Sportforum, Mini-Bolzplatz und Skaterbahn weitere Freizeitstätten direkt vor der Haustür.“ Dennoch wolle Breithaupt nicht ausschließen, dass auch andere Standorte möglich sind.

Die Verwaltung habe laut dem Rathaus-Chef ein Wertgutachten für das bestehende Jugendhaus in Auftrag gegeben und arbeite daran, ein bestehendes Nutzungskonzept von 2018 zu aktualisieren. Dieses soll als Vorentwurf in der Verwaltung abgestimmt werden, um sich um Fördergeld für die Modernisierung des Roh 11 oder einen Neubau zu bewerben. Dabei sei man mit anderen Trägern der Jugendarbeit – wie dem Evangelischen Jugendzentrum im Georgenhof – im Gespräch.

Arbeitsgruppe als Lösung?

Dies reicht aus Sicht von ProBlankenburg-Fraktionschefin Annekatrin Wagner aber nicht aus: Um ein fachdidaktisches Konzept plausibel zu formulieren und damit die Chancen auf Finanzhilfe zu steigern, fordert sie, schnellstmöglich eine spezielle Arbeitsgruppe zu bilden. Es wäre „wichtig, langfristig und gezielt mit Vertretern aller Bereiche des gesellschaftlichen Lebens in Blankenburg Visionen für ein gelingendes und zukunftsweisendes pädagogisches Gesamtkonzept zu erstellen“, heißt es in ihrem Antrag.

Die Gruppe sollte alle weiteren Prozesse zur Instandsetzung und Modernisierung begleiten und ihre Arbeit schnellstmöglich aufnehmen. Laut Wagner sollte jede Stadtratsfraktion dafür einen Vertreter entsenden. Dazu gesellen sollten sich Mitarbeiter des Roh 11, je ein Vertreter der im Zentrum betreuten Kinder und Jugendlichen – „möglichst unter Berücksichtigung der Schulformen Grundschule, Sekundarschule, Förderschule, Gymnasium, Berufsschule“ – sowie ein Verteter der Stadtverwaltung.

„Es ist wenig sinnvoll, wenn wir im Stadtrat einfach eine Entscheidung durchpeitschen“, pflichtete ihr Heiko Breithaupt bei. Wie der Christdemokrat sagte, sollen bei der Konzepterstellung die Nutzer – also Kinder und Jugendliche – sowie Mitarbeiter Gehör finden. Er halte eine Umfrage unter Blankenburgern wie zur Umgestaltung des Stadtparks möglich (die Volksstimme berichtete). Dazu denke man in der Verwaltung über offene Gesprächrunden mit Jugendlichen und Trägern nach.