Mitarbeiter einer Blankenburger Spezialfirma sorgen Ostersonnabend bei der "Mega-Ei-Party" für Licht und Ton

"Kaffee ist der Treibstoff unserer Branche"

Von Ulrich Baxmann

Die "Mega-Ei-Party" von Radio SAW und Volksstimme startet am Ostersonnabend um 18 Uhr auf dem ehemaligen Jahnsportplatz. Für die Bühnentechnik ist eine Blankenburger Spezialfirma zuständig.

Blankenburg l "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", sagt Mario Möller. Schon in der fünften Klasse betätigte sich der musikbegeisterte Blankenburger als Diskotheker. Hinzu kam noch eine ausgeprägte Liebe zur Technik, die in eine Ausbildung zum Elektroniker beim damaligen Forschungs- und Entwicklungswerk der Reichsbahn (FEW) mündete. Als dieses Mitte der 90er-Jahre in die Krise geriet, war für Möller die Zeit gekommen, sich selbständig zu machen - so dass er kürzlich ein kleines Firmenjubiläum feiern konnte: Das 15-jährige Bestehen seiner "Licht- und Tonfabrik". Seitdem beschickt er große und kleine Veranstaltungen im Lande mit der nötigen Licht- und Beschallungstechnik. Dazu gehören Konzerte, Stadtfeste, Werbeveranstaltungen - zum Beispiel, wenn Autohäuser neue Modelle präsentieren - und natürlich auch die Mega-Ei-Party von Volksstimme und Radio SAW.

"Das ist ein Knochenjob", berichtet Möller. Rund 1200 Veranstaltungen im Jahr, inzwischen auch im Ausland, deckt die Firma ab. Vier 40-Tonner-Sattelzüge gehören zum Inventar sowie zwei 7,5-Tonner. Häufig müssen aber noch weitere Fahrzeuge dazugemietet werden.

Spätabends die Trucks mit der Bühnentechnik beladen, über Nacht zum Veranstaltungsort fahren und dort frühmorgens mit dem Aufbau zu beginnen, das gehöre zum Alltag, weiß Möller. Auf das Wetter könne da keine Rücksicht genommen werden. "Ich erinnere mich noch an die Mega-Ei-Party vor drei Jahren in Stecklenberg", erzählt er, "da hat es zu Ostern geschneit."

Dass dieses Pensum von durchschnittlich drei Veranstaltungen pro Tag von der 15-köpfigen Stammbelegschaft allein nicht zu bewältigen ist, liegt auf der Hand. Die Blankenburger fahren meist mit dreiköpfigen Teams los. "Ein Licht- und ein Tontechniker sind immer dabei", berichtet Möller.

Am Veranstaltungsort warten dann schon die sogenannten "Stage Hands", die helfenden Hände für den Bühnenaufbau. Diese werden von Spezialfirmen vermittelt. So kommen bei großen Veranstaltungen manchmal bis zu 100 Leute zusammen, die zunächst sieben bis acht Sattelzüge zu entladen haben, bevor es an den Aufbau der Bühne geht.

Abgebaut wird meist noch am gleichen Tage und dann geht es weiter zur nächsten Veranstaltung. "Kaffee ist der Treibstoff unserer Branche", schmunzelt Möller. "Die größte Bühne haben wir bisher beim ¿Händel-Open\' in Halle gebaut", erinnert er sich, "die hatte gut 400 Quadratmeter Fläche, also soviel wie ein kleines Einfamilienhaus-Grundstück, und war 16 Meter hoch."

Begonnen hatte die Firmengeschichte vor gut 16 Jahren an der Westerhäuser Straße, dort wurde es aber bald zu eng für den expandierenden Betrieb. "Wir sind deshalb 2000 auf das Gelände des MLK umgesiedelt", so Möller. Hier findet die Bühnen, Licht- und Beschallungstechnik in zwei großen Hallen Platz und es gibt auch keine Nachbarn in der unmittelbaren Umgebung, die sich durch das nächtliche Be- und Entladen gestört fühlen könnten.

Der Aufbau für die Mega-Ei-Party beginnt am Karfreitag auf dem ehemaligen Jahn-Sportplatz. "Wir haben für unsere Arbeit eine Ausnahmegenehmigung", betont Möller.