Wernigerode l Das Wohnheim im Kohlgarten steht bald wieder leer. Seit 2016 sind in dem ehemaligen Lehrlingswohnheim Flüchtlinge untergebracht. Das soll sich in den nächsten Wochen ändern.

Grund für die Entscheidung sind zurückgehende Flüchtlingszahlen, wie Manuel Slawig, Sprecher der Kreisverwaltung, auf Nachfrage informiert. 2018 seien es 96 Geflüchtete gewesen, die der Zentralen Aufnahmestelle des Landes in Halberstadt zugewiesen wurden. In diesem Jahr waren es bis Juni nur 37. Deshalb werde auch weniger Wohnraum für die Asylbewerber benötigt.

Umzug in Wohnungen

In dem Block im Wernigeröder Kohlgarten wohnten zuletzt 35 Flüchtlinge, darunter acht unbegleitete Jugendliche, die vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) als Träger betreut wurden. Wie Manuel Slawig weiter informiert, habe das DRK den Untermiet-Vertrag gekündigt. Die Jugendlichen sollen künftig in eigenen Einrichtungen des DRK untergebracht werden.

„Der Landkreis Harz wird das Gebäude nach und nach freiziehen“, so der Sprecher der Kreisverwaltung. Die übrigen Asylbewerber sollen in privaten oder kommunalen Wohnungen untergebracht werden.

Haus wird weiter genutzt

Der Landkreis beabsichtige zukünftig eine anderweitige Nutzung des Gebäudes. Dafür müssten laut Slawig aber noch einige Punkte geprüft beziehungsweise geklärt werden.

Die Stadt Wernigerode steht bei dieser Angelegenheit in engem Kontakt mit der Kreisverwaltung. Das hatte Dezernent Christian Fischer in der jüngsten Sitzung des Stadtrates versichert.

Die Stadt hatte das leerstehende Lehrlingswohnheim Ende 2015 auf die Schnelle renovieren lassen, als dringend Unterkünfte für Flüchtlinge benötigt wurden. Zuerst wurde das Untergeschoss fertig gestellt, Fußbodenbelag verlegt, Flur und Zimmer gestrichen, Duschen und Toiletten hergerichtet. Danach waren der erste und der zweite Stock an de Reihe. Einen Großteil der Möbel hatten die Wernigeröder und die Bewohner der Ortsteile gespendet. Die Mitarbeiter des Bauhofs hatten die Wohnräume eingerichtet und die Küchenzeile aufgebaut.