Blankenburg l Emotionaler Moment im Fitnessstudio an der Neuen Halberstädter Straße: Marianne und Uwe Lauer überreichten Avery Kolle, dem Vorsitzenden des Vereins für krebskranke Kinder im Harz, einen symbolischen Spendenscheck über 1250 Euro.

Es ist das Ergebnis einer privaten Spendenaktion, die das Blankenburger Ehepaar Ende Dezember in ihrem Fitnessstudio gestartet hatte. Ursprünglich sollte dort an einem Tag gestemmt, gestrampelt und gelaufen werden. Für jedes gehobene Kilo und jede verbrannte Kalorie sollten die Teilnehmer Geld für den guten Zweck spenden. Am Ende kamen nicht nur 630 Euro im Studio zusammen: Die Volkssport-Volleyballer des SV Lok Blankenburg gaben weitere 115 Euro hinzu und Marcel March, Gründer und Geschäftsführer der LuckyFitness-Kette, stockte den Betrag spontan um 250 Euro auf, nachdem er von der Aktion erfahren hatte. Ein Dankeschön richteten Marianne und Uwe Lauer an den Heimatverein Oesig mit Vereinschef Bernd Lindner und Birgitt Wilhelm, der Wirtin in der „Alten Schule“, dass sie zur Silvesterfeier ein Sparschwein aufstellen durften. Dabei kamen noch einmal 255 Euro zusammen. „Wir sind überwältigt, wie viele sich an der Aktion beteiligt haben, um uns zu unterstützen“, sagte Uwe Lauer.

Hilfe für betroffene Familien

„Solch eine Spende hilft gerade zu Jahresbeginn sehr“, freute sich Avery Kolle, der allen Spendern, Unterstützern und nicht zuletzt den Initiatoren der Aktion herzlich dankte. Mit dem Geld können drei betroffene Familien - aus Blankenburg, Ilsenburg und Wernigerode - im April am zweiten Erlebniscamp teilnehmen und dort vier erlebnisreiche Tage in der vereinseigenen Erholungsanlage am Bernsteinsee verbringen. Auch die weiteren Infos über die vielfältigen Aktivitäten des Vereins in Sachen Prävention sowie direkte Hilfe für Betroffene bestärkten Marianne und Uwe Lauer in ihrer Aussage: „Wir sind überzeugt, das Geld geht an den richtigen Verein. Und es wird so eingesetzt, wie wir es uns wünschen.“

Schwerer Schicksalsschlag

Zu dieser Aktion hatten sich die beiden entschlossen, nachdem sie selbst einen harten Schicksalsschlag verarbeiten mussten: Ihre Tochter hatte den Kampf gegen diese heimtückische Krankheit verloren. „Nach der Zeit der Trauer ist nun die Zeit des Handelns gekommen“, sagte Uwe Lauer, der in sehr emotionalen Worten beschrieb, mit welcher positiven Einstellung und Stärke sich seine Tochter trotz zehn Operationen und zweier Chemotherapien über fünf Jahre gegen diese Krankheit zur Wehr setzte. Während dieser Zeit hat er erfahren, welch ungeheurer Aufwand von den Betroffenen betrieben werden muss. Deshalb hoffe er, dass mit der Spende betroffenen Eltern geholfen werden kann, ihnen Fahrtkosten zu erstatten, ihnen finanziell unter die Arme zu greifen, wenn sie ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können, um ihr krankes Kind zu pflegen, oder einem kleinen Patienten einen letzten Wunsch zu erfüllen.

„Es ist für uns auch ein Stück Therapie als Hinterbliebene“, gestand Uwe Lauer, der ankündigte, sich mit seiner Frau weiter zu engagieren. „Wir werden es nicht dabei belassen“, betonten sie.