Wernigerode l „Die Werke müssen mit der Umgebung und vor allem den Pflanzen harmonieren. So kann die Aufmerksamkeit des Betrachters erzielt werden“, sagt Melanie Kuna-Drechsler. Für die Künstlerin gibt es in diesem Jahr eine Premiere. Sie stellt erstmals auf einer Landesgartenschau aus und ist nach Burg gereist, um ihre 15 Bilder passend zum Ambiente auszusuchen. Diese sind dort in einer großen Halle mit Industriecharakter zu sehen.

Weiter betont sie, dass Frank Schröder, gärtnerisch-technischer Leiter der Laga, ihre Arbeiten schon lange kenne und ihr freie Hand bei der Gestaltung der Farbenvielfalt ließ. „Ich nehme immer mehr Bilder mit, um sie eventuell auszutauschen. Aber das war auf der Laga in Burg nicht nötig.“ Hier zeigt Kuna-Drechsler großförmatige Werke. Zum Vergleich: „Ich habe 2015 auf der Bundesgartenschau im Havelland unter dem Titel ‚Weltenbummel‘ ausgestellt. Dort hatten meine Bilder ein kleineres Format.“

Mix der Materialien

Für die 1982 im Harz geborenen Künstlerin ist es wichtig, zu Hause zu arbeiten. Ihre Werke beschäftigen sich, wie sie sagt, „mit losgelassener Energie einzelner Individuen und ihrer Anordnung im Raum“. Dann entstehe eine Anordnung mit einer fantastischen Anreihung von Farben, Formen sowie Materialien im Mix. „Diese Mischung ist mir sehr wichtig. Die Bilder sollen nicht langweilig sein und Emotionen auslösen.“

Die Harzerin hat bereits in ihrer Kindheit und Jugend gern gezeichnet. Das liege in ihrem Naturell. Sie besuchte viele Mal- und Handarbeitskurse. „Auch Familienmitglieder konnten gut malen. Daher wurde ich immer unterstützt.“ Nach der Jahrtausendwende zog sie in die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover. Dort absolvierte sie eine Ausbildung zur Mediengestalterin. „Und ich hatte schon eigene Projekte.“

Studio am Lustgarten

2005 kam an der Fachhochschule Hannover das Kommunikationsdesign-Studium an die Reihe. Außerdem arbeitete Melanie Kuna-Drechsler in Hamburg als Grafikerin zur Nachbearbeitung von Werbefilmen. Seit 2014 ist sie in Wernigerode und betreibt ihr Studio „Art & Multimedia Design“ am Lustgarten. Zu ihrem Aufgabenbereich gehören Grafik und Layout, Illustration, Animation sowie Imagefilm.

Die Grundlage ihrer Wachsbilder sind Acrylfarben. Auf diese wird mit einem heißen Eisen Wachs aufgetragen. Dabei kommt es je nach Auftrag oder Temperatur zu unterschiedlichen Mischungsergebnissen, Formen sowie Figuren. „Hierbei mache ich mir Zufälle und Geplantes gleichermaßen zu Nutzen und baue das Bild, meiner Fantasie im Augenblick entsprechend, weiter aus.“

Tee bringt sie in Stimmung

Die Wernigeröderin arbeitet von den hellsten zu den dunkelsten Farben - und dann wieder zurück. „Es darf aber nicht zu überladen sein.“ Weiter sagte sie: „Alles muss sich entwickeln. Man braucht die richtige Muße. Tee bringt mich zum Beispiel in die entsprechende Stimmung.“ Am liebsten verwendet die Kommunikationsdesignerin Violett- sowie Blautöne.

Auch jungen Künstlern greift die Expertin gern unter die Arme. Denn alle zwei Wochen, außer in den Ferien, gibt sie für Kinder ab fünf Jahre Malkurse. Diese finden im Wernigeröder Schülerfreizeitzentrum statt. „Ich versuche, jedes Kind einzeln zu unterstützen und dabei die Kreativität zu fördern.“ Nicht das Ergebnis sei wichtig, sondern der Prozess. Die Jungen und Mädchen sollen beim Malen mit den Farben und Formen spielen.

Hin und wieder können Kunstinteressierte Melanie Kuna-Drechsler im Wernigeröder Harzmuseum bei ihrer Arbeit als Malerin über die Schulter sehen. Hier gibt sie nämlich Gästen Einblicke in ihr künstlerisches Schaffen. „Dabei komme ich mit den Museumsbesuchern ins Gespräch und gebe auch Tipps“, sagt Kuna-Drechsler.