Blankenburg l Unaufhörlich laufen die Fließbänder in der großen Halle am Hasenwinkel in Blankenburg. In Sekundenschnelle werden Glasflaschen mit Mineralwasser befüllt, vollautomatisch mit Etiketten und einem Schraubverschluss versehen. Ständig von hochauflösenden Kameras überwacht. Sie kontrollieren in Sekundenbruchteilen Mindesthaltbarkeitsdaten, Füllstände, fehlerhafte Verschlüsse, Materialschäden. Nur wenige Meter entfernt ein weiterer Automat. Dort werden aus kleinen dunkelgrauen Plastikröhrchen stabile Ein-Liter-PET-Flaschen. Und das in einem Arbeitsgang.

„Die Nachfrage nach Glasflaschen wird aber immer stärker“, sagt Ricarda Weitemeyer, Geschäftsführerin der Harzer Mineralquellen GmbH. Aktuell liege der Anteil bei rund 45 Prozent, wobei sie zugleich auch Wert darauf legt, dass bei den verwendeten Rohlingen für die Herstellung der PET-Flaschen ein möglichst hoher Recyclinganteil enthalten ist. Nicht umsonst habe ihr Unternehmen in eine neue Presse investiert, um alte Plastikflaschen der Wiederverwertung zuzuführen.

Der Run auf die Glasgebinde hat derweil ein ganz anderes Problem offenbart, was bereits im Supersommer 2018 zu Engpässen geführt hatte: der Nachschub an Glasflaschen. „Leergut ist immer ein großes Thema für uns“, sagt Mathias Weitemeyer-Klein. „Deshalb haben wir selbst sehr viel Neuglas dazu gekauft und in den Markt eingespeist“, so der Logistikchef. Jede Woche rollen zwei Lastzüge am Hasenwinkel mit neu produzierten Glasflaschen an, die dann in die entsprechenden Kästen gestellt werden müssen – per Hand. Deshalb appelliert Mathias Weitemeyer-Klein auch an die Kunden, leere Flaschen möglichst zeitnah zurückzugeben. „Es ist für uns sehr wichtig, das Leergut eins zu eins wieder zurückzubekommen.“

Bilder

Krankenhäuser haben Priorität

Produktionsengpässe und Lieferschwierigkeiten aufgrund des Fehlens von Kohlensäure, so wie im vergangenen Jahr, spüre er aktuell noch nicht. „Wir merken zwar, dass deutlich mehr Mineralwasser abgerufen wird, nicht zuletzt auch von vielen neuen Kunden“, ergänzt Ricarda Weitemeyer. Diese Nachfrage – gerade bei den hohen Temperaturen der vergangenen Tage – könne aber noch gut abgefangen werden, auch wenn die oberste Lieferpriorität bei den Krankenhäusern in der Region liege. „Wir versuchen aber natürlich alle Kunden zu bedienen.“

Deshalb fiebert sie auch der Fertigstellung des neuen Logistikzentrums entgegen, mit dem sich Lagerung und Versand auf dem Betriebsgelände deutlich entspannen sollen. Denn gerade im Sommer werde es am Hasenwinkel eng. Neben elf eigenen Lastzügen fahren aktuell weitere 30 Speditionen und auch Selbstabholer den Betrieb an – pro Tag.

Für Ricarda Weitemeyer aber ein Indiz, dass sich ihre Mineralwässer aus den beiden 120 und 150 Meter tiefen Regensteiner- und Wiesenquell-Brunnen auf dem Betriebsgelände steigender Beliebtheit erfreuen. Da sei selbst das gute Harzer Leitungswasser keine Alternative: „Mineralwasser ist das reinste Naturprodukt. Es muss 220 Parameter erfüllen, um eine amtliche Anerkennung zu bekommen und wird ständig kontrolliert“, erklärt Ricarda Weitemeyer. „Unsere Wasserqualität ist seit Jahren konstant.“