Stiege l Rund um Stiege streift offenbar ein verwaister Jungluchs umher, der auch im Ort selbst schon gesichtet worden sein soll. Mehrere Fotonachweise seien bereits in der Nationalparkverwaltung eingetroffen, teilte Ole Anders, Koordinator des Luchsprojektes im Harz, mit. Das Tier sei mit einem Gewicht von etwa sechs bis sieben Kilo noch recht klein und stelle für Menschen keine Gefahr dar, so Anders weiter. Da sich Luchse um diese Jahreszeit noch nicht selbst versorgen können, sei davon auszugehen, dass er versuche, im Ort Futter zu finden, beispielsweise in Katzenfutternäpfen. Ole Anders rät, vorsichtshalber auf kleinere Haustiere zu achten, bis der Jungluchs eingefangen ist. Denn ohne Versorgung in menschlicher Obhut würde das Tier früher oder später unweigerlich eingehen, so der Experte. „In Abstimmung mit den zuständigen Behörden versuchen wir, den Luchs einzufangen.“

Die Akteure des Luchsprojektes würden damit den dritten Jungluchs in diesem Jahr in menschliche Obhut nehmen. Der erste verwaiste Luchsnachwuchs sei im Frühsommer eingefangen worden. Die kleine Katze lebe inzwischen in einem Wildgehege in Sachsenhagen und habe sich gut entwickelt. Das zweite Jungtier, ein Männchen, wurde vor wenigen Tagen aufgegriffen, nachdem er auf Futtersuche immer wieder in Goslar gesichtet wurde.

Bei Sichtung - unverzüglich melden

Kleine Luchse verbringen in der Regel ihr erstes Lebensjahr bei ihrer Mutter und gehen erst gegen Ende des Winters eigene Wege, erläutert Ole Anders. Für eine Trennung vor diesem Zeitpunkt könne es verschiedene Ursachen geben, den Tod des Muttertiers ebenso wie Revierkämpfe.

Koordinator Ole Anders bittet darum, Sichtungen des Jungluchses möglichst ohne Verzögerungen unter der Telefonnummer 0170/206 11 23 zu melden.