Wernigerode l Trommelwirbel auf dem Marktplatz. Die Gruppe Baraban sorgte am Dienstagnachmittag für Aufmerksamkeit, dass sich vor dem Rathaus in Wernigerode etwas Besonderes abspielte.

Autogrammkarten reichen nicht

So cool, wie Nils Petersen die 19 Jokertore für den Bundesligisten SC Freiburg in der abgelaufenen Saison geschossen hat, war der Fußball-Profi dann doch nicht, als er die Massen sah. „Da bekommt man schon Gänsehaut“, sagte der 28-Jährige und verteilte fleißig ein Autogramm ums andere. Bis plötzlich seine Karten alle waren. „Ich hatte mit solch großem Empfang nicht gerechnet“, so Petersen und schaute etwas verunsichert in Richtung seines Familienanhangs.

Fans sind erfinderisch

Dieser konnte nicht helfen, jedoch Tobias Kasche, Pressechef im Rathaus. Er ließ in Windeseile Autogrammkarten kopieren. Doch auch der Nachschub reichte nicht, so dass die Fans erfinderisch wurden, um sich einen Namenszug des gebürtigen Wernigeröders, der beim FC Einheit das Fußball-Abc erlernte, zu erhaschen. T-Shirts, Jacken, „die niemals mehr gewaschen werden“, wie ein Fan versicherte, oder Geldbörsen, Mützen und Zettelchen wurden dem Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro entgegen gestreckt.

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Für Präsident ein "prima Kerl"

An der Torwand forderten junge Kicker den heimatverbundenen Star heraus, unter Beobachtung der Einheit-Vereinsspitze. „Er ist ein prima Kerl“, so Präsident Helmut Homann. Das stellte bei der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt Wernigerode auch Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) fest. In seiner Laudatio würdigte er den Werdegang von Nils Petersen. Von Wernigerode wechselte er nach Halberstadt, dann zur Sportschule nach Jena, wo er 2007 erstmals seine Torjägerqualitäten unter Beweis stellte. Nach den Erfolgen in Cottbus in der 2. Bundesliga folgte der Karrieresprung ins Fußball-Oberhaus beim FC Bayern München.

Perstersen würde in Wernigerode heiraten

Über Werder Bremen dann 2014 die Verpflichtung für Nils Petersen in Freiburg, seiner neuen Heimat, wie er zugab. Dort wurde der Harzer zum Sportler des Jahres 2016 gewählt. „Für mich völlig überraschend“, so der Fußball-Profi, der sich für den tollen Empfang bedankte und auf Nachfrage verriet: „Ja, in Wernigerode würde ich heiraten.“