Wernigerode l Wernigerode hat die Chance auf ein Preisgeld von 35 000 Euro. Die Stadt ist für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. Doch was versteht man eigentlich unter Nachhaltigkeit? Und was ist in Wernigerode nachhaltiger als in anderen Städten?

„Der Begriff Nachhaltigkeit wird in unterschiedlichen Bedeutungen verwendet“, erklärt Katrin Anders, die sich im Rathaus intensiv damit auseinander setzt. „Nachhaltigkeit hat mit Lebensqualität zu tun. Wie wollen wir in Zukunft leben, wie sollen unsere Kinder leben? Vieles von dem, was wir heute tun, hat Auswirkungen auf die Zukunft.“

Deshalb hat sich die Verwaltung das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Im Rathaus arbeitet man derzeit an einer Gesamtstrategie für die Stadt. „Wichtig ist es, dass Ganze mit Leben zu erfüllen“, sagt Katrin Anders. Stadtratskonferenzen und Arbeitsgruppentreffen folgte in Zusammenarbeit mit der Hochschule Harz eine groß angelegte Bürgerbefragung. „Uns hat interessiert, was sich die Wernigeröder in Sachen Stadtentwicklung wünschen“, so die Rathausmitarbeiterin. „Jeder kann sich einbringen, wenn es um die Zukunft seiner Stadt geht.“ Handlungsfelder sind unter anderem Wirtschaft, Familienfreundlichkeit, Wohnraum, Kommunikation, Umwelt – alles Bereiche, die sich untereinander beeinflussen.

Was momentan noch abstrakt klingt, soll bald in ganz konkrete Projekte münden. „Wir müssen uns vorher festlegen, wofür wir in Zukunft Geld ausgeben wollen.“

Die große Auswertung der Befragung folgt am Dienstag, 15. November, um 17 Uhr im Rathaus in einer großen Zukunftskonferenz, zu der Interessierte willkommen sind.

Die Gesamtstrategie war sicherlich ein Argument für die Nominierung für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Wernigerode habe in dem Bereich jedoch noch einiges mehr zu bieten, so Katrin Anders. So könne die Stadt mit ihrer Familienfreundlichkeit und der gut ausgebauten Kinderbetreuung punkten, darüber hinaus mit ihrer Kultur-, Sport- und Vereinsförderung, mit ihrem Klimaschutzkonzept, den Fischtreppen, der Konzentration auf touristische und wirtschaftliche Entwicklung. „All diese Punkte wurden von den Juroren honoriert.“

Am 25. November bei der Siegerehrung in Düsseldorf entscheidet sich, ob die Wernigerode ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen und das Fördergeld gewinnen wird. „Für uns ist es eine große Auszeichnung, dass wir überhaupt so weit gekommen sind“, sagt Katrin Anders. „Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“